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Zu einer beiläufigen Form des Sozialen

Besprechung in der taz, 22.8.07

Eine Arch+ Ausgabe, die die Situationistische Internationale als Herkunftsort vieler heutiger Planungsstrategien interpretiert?
Eigentlich gar nicht so überraschend wie man denken könnte. War doch die Stadt Paris nicht nur der Bezugsraum der Situationistischen Internationale (SI), sondern auch der Fluchtpunkt ihrer Bemühungen um die Aufhebung der Kunst und der Überführung der Kunst in ein freies Leben.

1972 hat Guy Debord die Situationistische Internationale aufgelöst. Trotzdem lebt sie als „Phantom Avantgarde“ (Roberto Ohrt) fort, fasziniert weiterhin und ist zum Bezugspunkt des theoretischen Diskurses um Kunst und Gesellschaft geworden – mit Auswirkungen auch auf Architektur und Städtebau.

Aus der SI haben sich verschiedene, ganz praktische Strategien entwickelt, die heute in der Architektur und dem Städtebau für Furore sorgen und sich zunehmend verbreitern und durchsetzen: der Stadtspaziergang, das cognitive mapping, die Zwischennutzung und die Orientierung am Alltag.

So haben wir versucht, das Heft nicht nur retrospektiv, sondern auch prospektiv zu gliedern, um diese Entwicklungen durch folgende Gegensatzpaare zu fassen: Dérive/Stadtspaziergang, Psychogeographie/cognitive mapping, Détournement/ Zwischennutzung, Revolution des Alltagslebens/Alltag.

Wir wollen dabei das Konzept einer Ermöglichungsarchitektur aufgreifen und weiter denken – und zum Mitdenken und Mitmachen einladen. Ziel ist ein Entwurf von Raum, der wiederum zur Produktion von Räumen anregt: eine Raumproduktion zweiter Ordnung.

Die Orientierung an der Situation vor Ort wird dabei eine der Strategien sein, um sich diesem neuen Raumbewusstsein zu stellen. In diesem Sinne vermuten wir, dass sich die Situation vor Ort, die atmosphärische Einheit des Quartiers und die archipelartige Gliederung der Stadt als die neuen Leitbegriffe des situativen Urbanismus etablieren werden – hier weiter zu denken, diesen Ansatz auszubauen, dazu soll diese Ausgabe von Arch+ anregen.

Mai 2007 / 14.00 EUR

Ausgabe leider vergriffen.

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