Bausteine einer Post-Oil City Mit der Durchführung einer Internationalen Bauausstellung reiht sich Hamburg in die Tradition deutscher Bauausstellungen ein. Die gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen liegen dabei auf der Hand, das Stichwort heißt Wandel: der Wandel einer postindustriellen und multiethnischen Stadtgesellschaft und der Wandel der energetischen Basis der Stadt angesichts des Klimawandels. Entsprechend lauten die Themen der IBA Hamburg „Kosmopolis“, „Metrozonen“ und „Stadt im Klimawandel“. Der Fokus liegt dabei auf der Elbinsel mit den Stadtteilen Wilhelmsburg, Veddel und dem Harburger Binnenhafen. Zeitgleich mit der IBA findet die Internationale Gartenschau (igs 2013) in Wilhelmsburg statt. In diesem Rahmen wird eine Vielzahl von Projekten durchgeführt, einen guten Überblick darüber bietet die Website der IBA Hamburg. Wir fokussieren die Ausgabe jedoch auf die sogenannte Bauausstellung in der Bauausstellung, d.h. auf den Teil, der am ehesten eine Bauausstellung im klassischen Sinne mit einem Ensemble gebauter Projekte darstellt, die Impulse für den erforderlichen kulturellen, städtebaulichen bzw. landschaftlichen Wandel setzen sollen.
Case Study Houses des 21. Jahrhunderts Städtebaulich eingebettet in die Planungen der igs 2013 (Masterplan Jo Coenen & Co. Architects mit AgenceTer), besteht die Bauausstellung in der Bauausstellung aus vier thematisch organisierten Baufeldern, die zusammen mit weiteren Neubauten wie den Schauhallen der igs 2013, dem Neubau eines Schwimmbades oder dem Gebäude der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt von Sauerbruch Hutton die neue Wilhelmsburger Mitte bilden werden. Unter dem Gesichtspunkt einer sozial und energetisch nachhaltigen Architektur wurden die vier Themenbereiche für die Modellvorhaben nach dem Prinzip der berühmten Case Study Houses festgelegt: Smart Price Houses, Smart Material Houses, Hybrid Houses und Water Houses. Um die Verfahren vorzubereiten, wurden im Vorfeld internationale Workshops zu den einzelnen Themenfeldern durchgeführt, deren Ergebnisse in die Ausschreibung der Modellvorhaben einflossen. Die daran anschließenden Grundstücksvergabeverfahren mit integriertem Wettbewerb dokumentieren wir in dieser Ausgabe. Nach guter Tradition von ARCH+ werden sie thematisch kontextualisiert und damit zugleich die theoretischen Vorarbeiten der beiden Workshops, Smart Materials/Smart Technologies und Smart Price, die ARCH+ im Rahmen der Bauausstellung in der Bauausstellung inhaltlich organisiert hat, in die Ausgabe eingearbeitet.
Die Gliederung des Hefts Als übergreifendes Thema haben wir die Frage nach dem Haus der Zukunft gewählt. Dieses soll die Auseinandersetzung mit den vorgestellten Arbeiten der vier Wettbewerbe leiten und zugleich eine Diskussion wieder in Gang bringen, die 1956 durch das „House of the Future“ der britischen Architekten Alison und Peter Smithson eröffnet wurde und heute angesichts neuer Wohn- und Lebensformen (Hybrid Houses), neuer Fertigungstechniken (Smart Price) und neuer Materialen (Smart Materials/Smart Technologies) dringlicher denn je geworden ist. Beatriz Colomina eröffnet das Thema des Hefts mit einem historischen Beitrag über das „House of the Future“, während die anschließenden Beiträge den vier Verfahren zugeordnet sind. Ein einleitender Aufsatz führt jeweils in die Thematik ein, gefolgt von einer Auswahl an exemplarischen Wettbewerbsbeiträgen. Die Projekte werden um theoretische Positionsbestimmungen einzelner Wettbewerbsteilnehmer und historische Einordnungen erweitert. Abgerundet wird die Ausgabe durch eine Übersicht aller Wettbewerbsteilnehmer und Verfahrensabläufe.