ARCH+ 196/197


Erschienen in ARCH+ 196/197,
Seite(n) 90-91

ARCH+ 196/197

Curitiba – Akupunktur-Städtebau

Von IPPUC /  Lerner, Jamie /  ARCH+

Radial-konzentrische Stadt

Durch die fortschreitende Industrialisierung ist in den 1960er und 70er Jahren die Einwohnerzahl der südbrasilianischen Stadt Curitiba stark gestiegen. Die Stadt versuchte damals, mit Hilfe kostengünstiger Maßnahmen die Probleme zu lösen, die durch die einsetzende Suburbanisierung und das erhöhte Verkehrsaufkommen auftraten. Ein Schnellbusnetz wurde geschaffen und eine sich an diesem orientierende städtische Verdichtung gefördert. Darüber hinaus folgte eine Reihe punktueller, ökologisch ausgerichteter Maßnahmen: So wurde 1967 in Curitiba die erste Fußgängerzone Brasiliens eingerichtet. 1989 wurde dann ein Abfallrecyclingsystem eingeführt, das es den Bewohnern der Favelas ermöglicht, vorsortierten Abfall an rund 80 Sammelstellen gegen Lebensmittel oder Schulhefte einzutauschen. Für organischen Abfall erhalten sie Busfahrscheine, so dass sie für den Weg zur Arbeit den öffentlichen Nahverkehr nutzen können. Ab 1993 wurden Überschwemmungsgebiete in See- und Parklandschaften verwandelt. Die Umsiedelung der an diesen Orten vormals informell angesiedelten Bewohner wird durch die Gewinne aus dem teilweisen Verkauf des nunmehr hochpreisigen Baulandes mitfinanziert. Die Bedeutung von Aufklärung und Bildung für den Erfolg der Maßnahmen findet in der Einrichtung öffentlicher Bibliotheken Ausdruck...

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