ARCH+ 201/202


Erschienen in ARCH+ 201/202,
Seite(n) 189-204

ARCH+ 201/202

ARCH+ features 4: R50

Von ifau /  Fezer, Jesko /  Heide und von Beckerath

Ein Baugruppenprojekt in Berlin zu planen ist vor dem Hintergrund der derzeit zugespitzten stadtpolitischen Diskussion zu diesem Thema nicht unproblematisch. Bedingt durch stark eingeschränkte Spielräume und in Ermangelung alternativer Konzepte, stilisieren Stadtplanung und Politik die Baugruppe zum Modellprojekt sozialer Stadtentwicklung. Zumindest rhetorisch und symbolisch wird hier investiert. Gleichzeitig wird die ungehemmte Gentrifizierung bestimmter Stadtteile sowie die sozial- und stadtpolitisch weit dramatischere Privatisierung des ehemaligen sozialen Wohnungsbaus toleriert.

Der Berliner Senat vergab im Sommer 2010 zum zweiten Mal wenige landeseigene Grundstücke zum Festpreis an Baugemeinschaften. In diesem Verfahren, in dem über das Konzept des Projektes in Bezug auf die stadtentwicklungspolitischen Ziele Berlins und dessen Realisierbarkeit entschieden wurde, erhielt eine Gruppe, bestehend aus Bauwilligen, den ArchitektInnen und der Projektentwicklung den Zuschlag für das Grundstück Ritterstraße 50 in Berlin-Kreuzberg. Bis Ende 2012 soll dort ein 7-geschossiges, freistehendes Wohnhaus mit 19 Wohnungen sowie gemeinschaftlichen Räumen und Flächen entstehen. …

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