ARCH+ 209


Erschienen in ARCH+ 209,
Seite(n) 24-29

ARCH+ 209

Arthur Korns MARS Plan für London (1938-42). Kontinuitäten und Brüche eines didaktischen Konzepts

Von Zeese, Andreas

Im Juni 1942 erschien in der Londoner Architectural Review ein Artikel zweier deutsch-jüdischer Emigranten, die wenige Jahre zuvor nach Großbritannien ausgewandert waren. Unter der Überschrift A Master Plan for London stellten Arthur Korn und Felix J. Samuely ein visionäres Konzept für die städtebauliche Neustrukturierung der britischen Hauptstadt vor. Allerdings stieß dieses in der Fachöffentlichkeit schnell auf heftige Kritik: Während Architekten wie Lionel Brett und Charles Holden den Plan als „gefährliches Dokument“ und seinen rigiden Umgang mit der Bausubstanz als nicht ernstzunehmend bezeichneten, kritisierte der Herausgeber des Architects’ Journal die übertriebene Anwendung linearer Planungsprinzipien sowie die Eliminierung „fast jede[r] Eigenschaft, die London wiedererkennbar macht“.

Dass der als MARS Plan bekannt gewordene Entwurf – benannt nach der 1933 gegründeten britischen CIAM-Landesgruppe – derartige Reaktionen hervorrief, lag nicht nur an der lapidaren Präsentation eines bis dato in der Öffentlichkeit nur wenig bekannten Vorhabens. Vielmehr hielten mit der Planung die in der Charta von Athen formulierten stadtplanerischen Prinzipien der CIAM sowie das Leitbild der funktional differenzierten Bandstadt in geballter Form Einzug in den britischen Diskurs. Dies lag vor allem am Einfluss Arthur Korns, unter dessen Leitung der Plan zwischen 1938 und 1942 entstand. ...

 

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