ARCH+ 213


Erschienen in ARCH+ 213,
Seite(n) 6-7

ARCH+ 213

Einleitung – Zum Konzept der Publikation

Von Kraft, Sabine

Am 2. März 1972 wurde die Raumsonde Pioneer 10 auf den Weg ins All gestartet. Neben ihrem Auftrag der Erforschung des Sonnenwinds fungierte sie als eine Art Botschafter der menschlichen Zivilisation. Sie trug eine Plakette mit sich, die Auskunft gibt über die menschliche Rasse sowie die Position unseres Sonnensystems mitsamt der Erde. Auswahl und grafische Gestaltung der Informationen erfolgten im Umfeld des Physikers Carl Sagan. Diese Plakette sorgte für einigen, heute nur schwer nachvollziehbaren Wirbel im Amerika der 70er Jahre – allein schon wegen der Abbildung des nackten Paares. Erstaunlicherweise tauchte in den damaligen eher skurrilen Protesten die Frage, um die es bei einer solchen Aktion eigentlich gehen müsste, nicht auf, nämlich: Sind die Informationen, die übermittelt werden sollen, überhaupt verständlich? So lässt sich z.B. die von Frank Drake entwickelte Pulsarkarte nur mit astronomischen Kenntnissen entschlüsseln. Diese wurden wohl bei extraterrestrischen Raumfahrern vorausgesetzt. Wir werden es nie erfahren, ob auf der Reise von Pioneer 10 in die Tiefen des Raums für Millionen, wahrscheinlich sogar Milliarden von Jahren die Plakette im Falle einer Begegnung ihrer Aufgabe gerecht werden würde. Eigentlich schade, denn so spekulativ das Unterfangen auch anmutet, die Aufgabe selbst ist es nicht: Die nahezu voraussetzungslose Übermittlung von Informationen an Unbekannt definiert den absoluten Härtefall des Information Design. ...  

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