ARCH+ 214


Erschienen in ARCH+ 214,
Seite(n) 10-11

ARCH+ 214

DOGMA: 11 Projects

Von Reese, Achim

In der Millionenstadt Taichung, südwestlich von Taiwans Hauptstadt Taipeh, entsteht derzeit der 68 Hektar umfassende Jade Eco Park. Er wurde geplant durch den Architekten Philippe Rahm und seine Partner aus Frankreich und Taiwan. Rahms Arbeit wird durch die Überzeugung bestimmt, dass die Aufgabe des Architekten nicht darin liege, Objekte zu schaffen oder Hüllen zu entwerfen, sondern die Leere im Innern zu gestalten: Architektur ist somit die Konstruktion von Atmosphären. Das bedeutet für ihn nicht, Stimmungen zu prägen, sondern, im wortwörtlichen Sinne, die Zusammensetzung der Luft zu bestimmen, wie der Entwurf für den taiwanesischen Park zeigt. Für die einzelnen Funktionsbereiche, darunter Sportfelder und Spielplätze, aber auch ein Kino und ein Kulturzentrum, zudem ein lovers’ nook, d.h. eine Schmuseecke für Pärchen, schafft Rahm verschiedene Klimazonen, die sich nach Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Schadstoffbelastung unterscheiden. Ein bösartiger Kommentar könnte lauten, dass der Architekt einen Park mit Gebäudetechnik plant, die „grüne Lunge“ der Stadt mit einer Klimaanlage ausstatten möchte. Dabei gelingt Rahm nicht weniger, als das Credo der Moderne, „form follows function“, zu überwinden: Bei ihm gibt es keine Form mehr. Ganz anders, ja direkt gegensätzlich, stellt sich der Wettbewerbsbeitrag des Brüsseler Büros DOGMA dar. In der 2013 erschienenen Monografie 11 Projects stellen die beiden Partner Pier Vittorio Aureli und Martino Tattara einen Entwurf für den taiwanesischen Park vor, der nicht das körperliche Wohlbefinden des Einzelnen in den Vordergrund stellt, sondern an das politische Bewusstsein der Einwohner Taichungs appelliert. …

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