ARCH+ 215


Erschienen in ARCH+ 215,
Seite(n) 9

ARCH+ 215

Schwellenräume

Von Schüler, Ronny

Seit jeher ist die „Schwelle“ ein handwerklich-konstruktives Grundelement jedes Gebäudes. Das gilt unabhängig von Kultur und Zeitalter. Im „Schwellenraum“ enthüllt sich folglich nicht allein ihre Relevanz als architektonische Gestaltungsaufgabe, sondern sie wird auch als kritische Konstante jedweder Organisation von Raum sichtbar. Durch die Einbeziehung technischer Schwellen – oder „Schwellenraum-Apparaturen“ (vgl. ARCH+ 191/192 Schwellenatlas) – eröffnete sich für den Architekten ein weites Spektrum an Möglichkeiten, sichtbare wie unsichtbare, analoge wie digitale Schwellen zur räumlichen Organisation heranzuziehen. Dabei überrascht es nicht, dass das Verhältnis zwischen „Schwellenraum“ und „Apparatur“ den Architekten in seiner künstlerischen und konstruktiv ­ technischen Kompetenz nicht nur permanent herausfordert, sondern leider auch allzu oft überfordert. Vor diesem Hintergrund erscheint es zwingend, die Frage nach dem Verhältnis zwischen „Schwellenraum“ und „Apparatur“ dort zu thematisieren, wo kritische Auseinandersetzungen und kreative Gestaltungsansätze gefordert und vermittelt werden – in der Architekturausbildung selbst. Seit mehreren Jahren kooperiert Till Boettger vom Lehrstuhl für Entwerfen und Raumgestaltung an der Bauhaus-Universität Weimar im Rahmen des Seminars „Schwellenräume“ mit Siedle, dem führenden Unternehmen für Gebäudekommunikationstechnik. Im vergangenen Wintersemester setzte sich erneut eine Gruppe von Masterstudenten mit räumlichen und technischen Aspekten der „Schwellen“ auseinander. Dabei soll diese Zusammenarbeit nicht nur die Studenten mit den Möglichkeiten modernster Technologien und der Entwicklung zeitgenössischer Apparaturen vertraut machen, um diese bereits im Entwurfsprozess ebenso gezielt wie gestalterisch einzusetzen. Im Rahmen fundierter Analysen von architektonischen Beispielprojekten teilen die Studenten und Siedle das gemeinsame Interesse am Repertoire der Architektur zur Definition der jeweils spezifischen Schwellensituation bzw. eines Schwellenraumes. Im aktuellen Fall stand die Analyse von Wohnbauten im Zentrum des Interesses …

 

 

 

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