ARCH+ 215


Erschienen in ARCH+ 215,
Seite(n) 133-148

ARCH+ 215

ARCH+ features 22: Oda Pälmke - Die Fiktionalisierung des Bestehenden

Von Pälmke, Oda

Bei der Vorbereitung für das ARCH+ feature wurde ich gefragt, worin der Zusammenhang besteht zwischen den Büchern, die ich herausgebe, und der Architektur, die ich mache. Nun, zunächst gibt es einen grundlegenden Unterschied zwischen der Produktion von Büchern und Architektur: Das Buch geht als ideale gefundene Form in die Welt hinaus. Im Internet habe ich ein Bild des aufgeklappten Buches TYPEN gefunden. Ein sehr schönes Erlebnis zu sehen, dass eine Person, die ich nicht kenne, mein Buch so in die Welt hält wie eigentlich ich regelmäßig mit meinen Studenten architektonische Modelle in die Welt halte, um uns der Bedeutung des eigenen Tuns zu vergewissern. Dies war auch ein Anlass dafür, dass mein erstes Buch mit dem Titel TYPEN nach meiner Tätigkeit als Gastprofessorin an der TU Dortmund entstanden ist. Ich unterrichtete dort architektonisches Entwerfen – Grundlagen der Architektur. Und sah mich mit meiner wissenschaftlichen Mitarbeiterin Rabea Köster Knäbe einer unglaublichen Anzahl von Studenten gegenüber, denen wir das Entwerfen beibringen sollten (und auch wollten). In dieser Situation habe ich den Studenten in kurzen Zeitabständen immer wieder die scheinbar gleiche Aufgabe gestellt: Sie sollten ein typisches Haus entwerfen und als Modell präsentieren. Allerdings wurden kontinuierlich die Anforderungen erhöht, so dass es ein ständiges Überarbeiten und Verfeinern einer entwurflichen Idee war. Das war eine Möglichkeit, den Einzelnen durch das Erfolgserlebnis mehrerer gelungener kleiner Werke zu motivieren. Auch für uns war es ein gutes Ergebnis durch die einander komplettierende Menge der formal einheitlichen Modelle. Und doch saßen wir teilweise vor Arbeiten, die eigentlich erschütternd waren. Wir haben dann das Prinzip angewandt, das Grundlage des Buches wurde, nämlich: „Schaue die Dinge so an.“

 

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