ARCH+ 214


Erschienen in ARCH+ 214,
Seite(n) 64-67

ARCH+ 214

Monadnock: Nationaal Historisch Museum

Von Monadnock /  Redeker, Stephan /  Reese, Achim

2010 gab das Berlage-Institut eine typologische Studie zu einem Neubau für ein Nationales Museum für die Geschichte der Niederlande in Auftrag. Ohne dass ein Ort festgelegt oder die Exponate der Ausstellung bestimmt worden waren, sollten alternative Modi der Zugänglichkeit untersucht werden. So entstanden im Rahmen der Studie, an der neben Monadnock auch die Architekturbüros baukuh und 51N4E beteiligt waren, prototypische Entwürfe für ein Ausstellungsgebäude, dass nicht allein der Präsentation der niederländischen Geschichte dienen, sondern zu- gleich als öffentliches Forum fungieren soll. Ausgehend von der Grundform des Quadrats entwickeln Monadnock einen solitären Zentralbau. Um einen überdachten Innenhof, der öffentlicher Platz, Eingangshalle und größter Ausstellungsraum zugleich ist, legen sich drei Raumschichten, die mit zunehmendem Abstand vom Zentrum immer kleinteiliger werden. Die Seitenlänge der quadratischen Räume verringert sich dabei stets um die Hälfte. Zwischen Innenhof und Außenwand vollziehen sich nach diesem Muster drei Verkleinerungsschritte. Dienende Räume wie Treppenaufgänge, Aufzugsschächte und Versorgungsräume werden entlang eines Hauptrasters in „dicken Wänden“ untergebracht; nur die Ausstellungsbereiche werden als Raumvolumen wahrgenommen. Sie alle sind mit zentralen Durchbrüchen oder Öffnungen versehen, die sich in langen Enfiladen aneinanderreihen. Den Besuchern sollen nicht nur Kenntnisse der niederländischen Geschichte, sondern nach Vorstellung der Architekten auch beeindruckende Raumerlebnisse vermittelt werden. Die Raumdisposition soll dazu anhalten, die Ausstellungen selbstbestimmt zu erkunden. Der Weg durch die Ausstellung ist nicht vorgegeben, sondern kann in zahllosen Varianten ausgestaltet werden. Dadurch wird den Besuchern eine Vielzahl von Entscheidungen abverlangt. Zugleich aber erhalten sie Gelegenheit, selbst einen Zusammenhang zwischen den Exponaten zu etablieren und somit kuratorisch tätig zu werden. Dabei ist es nicht nur das Quadrat als geometrische Ausgangsfigur, die das Projekt zwangsläufig in die Nähe der Arbeit Oswald Matthias Ungers’ rückt …

 

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