ARCH+ 214


Erschienen in ARCH+ 214,
Seite(n) 70-71

ARCH+ 214

Monadnock: Make No Little Plans

Von Monadnock /  Ngo, Anh-Linh /  Redeker, Stephan /  Reese, Achim

Für die 25. Ausgabe des Theaterfestivals a/d Werf im niederländischen Utrecht entwarfen die niederländischen Archi- tekten MONADNOCK (Job Floris und Sandor Naus) 2010 eine temporäre Tribüne in Form einer Stahlgerüstkonstruktion. Die Sitzränge, unter denen sich ein Gastronomiebereich befindet, bilden den Sockel einer 25 Meter hohen Baugerüststruktur, an der die Worte „Make no little plans“ in Monumentallettern den zentralen Veranstaltungsort des Festivals markieren. Bei der Maxime „Make no little plans“ handelt es sich um ein Fragment eines Daniel Burnham (1846–1912) zugeschriebenen Zitats. Burnham war ein Architekt der Chicagoer Schule, der als Protagonist des City Beautiful Movements um 1900 einen ebenso ästhetischen wie monumentalen Städtebau vertrat und mit seinen Masterplänen großen Einfluss auf die sich herausbildende Disziplin der Stadtplanung ausübte. 1909 veröffentlichte Burnham zu- sammen mit Edward H. Bennett den Plan of Chicago, der mit integrierten Maßnahmen auf das unkontrollierte Wachstum der Großstadt reagierte. Auch wenn das Zitat posthum erschien und nur in Teilen verifiziert werden konnte, so gab es doch die Essenz von Burnhams Ambitionen wieder und wurde, weil es auch außerhalb des Pla- nungskontextes gut einsetzbar ist, zu einem geflügelten Wort des amerikanischen Unternehmergeistes. Nur die größten Pläne und die höchsten Zielsetzungen hätten überhaupt eine Chance auf Verwirklichung, weil sie die Imagination der Menschen fesselten …

 

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