ARCH+ 225


Erschienen in ARCH+ 225,
Seite(n) 40-45

ARCH+ 225

Lernen von Ed Ruscha

Von Stierli, Martino

Von herausragender Bedeutung für die Rezeption der amerikanischen Stadt sowie der autoorientierten (Stadt-)Landschaft war in den 1960er-Jahren der in Los Angeles ansässige Edward Ruscha. Besonders wichtig waren in diesem Zusammenhang seine typologisch geordneten Fotoserien, die die banale urbane Alltagswirklichkeit Südkaliforniens dokumentierten. Ruscha stellte diese Bildserien zu einer Reihe von Künstlerbüchern zusammen. Den Auftakt dazu bildete die Arbeit Twentysix Gasoline Stations von 1963. Neben diesem Erstling drehten sich fünf weitere Publikationen um die Ästhetik der zeitgenössischen Stadt: Some Los Angeles Apartments (1965), Every Building on the Sunset Strip (1966), Thirtyfour Parking Lots in Los Angeles (1967), Nine Swimming Pools and a Broken Glass (1968) sowie Real Estate Opportunities (1970).

Ruschas Fotografien der Stadtlandschaft zeichnen sich durch einen dezidiert unterkühlten, emotionslosen und dokumentarischen Zugriff aus, der scheinbar jede künstlerische Ambition vermissen ließ. Seiner eigenen Auffassung gemäß agierte der Künstler bei seinen Aufnahmen als eine Art journalistischer Reporter. Im Vordergrund stand die Suche nach Faktizität und getreuer Wirklichkeitsabbildung.

Die intendierte Auslöschung des künstlerischen Subjekts bzw. seines Verschwindens hinter der Faktizität des Vorgefundenen bildet eine Parallele zur Art und Weise, wie Venturi und Scott Brown die Stadt behandelten: als ein Vorgefundenes, das primär dokumentiert und beschrieben werden soll. …

 

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