ARCH+ 225


Erschienen in ARCH+ 225,
Seite(n) 62-65

ARCH+ 225

Paris – Fallstudien

Von Gatti, Mirko /  Benetti, Alessandro

ERSTE REGELWERKE

Seitdem Paris zu einem der wichtigsten politischen und wirtschaftlichen Zentren Nordeuropas aufgestiegen war, wurden immer wieder vereinzelte Maßnahmen eingeführt, um das Stadtwachstum zu kontrollieren. Doch erst im Laufe des 18. Jahrhunderts, mit der Etablierung des Absolutismus und dem Aufkommen des Klassizismus, wurden offizielle Pläne aufgestellt, um Neubauprojekte zu reglementieren.

Der Jesuitenpriester und Architekturtheoretiker Marc-Antoine Laugier plädierte in seinem Essai sur l‘Architecture 1755 dafür, dass die Stadt in ihrer Gesamtheit nach Harmonie streben solle. Einer seiner zentralen Ansätze, um diese Harmonie zu erreichen, war es, für neue Gebäude feste Höhen vorzuschreiben, die sich aus der Breite der Straßen ableiten ließen.

Inspiriert von Laugiers Arbeiten und aufklärerischen Ideen veröffentlichte der Architekt Pierre Patte eine Reihe von Studien, unter denen sich auch ein Plan für die Stadt Paris befand. Pattes Plan sah vor, dass die Pariser Armenviertel von der öffentlichen Hand aufgekauft und von Privatentwicklern gemäß eines allgemeinen Regelwerks saniert werden sollten. Diese Vorschriften dienten der Geschlossenheit des Stadtbildes und der öffentlichen Sicherheit, zugleich sollten sie eine größere architektonische Vielfalt ermöglichen. …

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