ARCH+ 225


Erschienen in ARCH+ 225,
Seite(n) 76-79

ARCH+ 225

London – Fallstudien

Von Kaufmann, Katharina /  Ngo, Anh-Linh /  Lehnerer, Alex

BODENRECHT

Das britische Bodenrecht hat seine Ursprünge im Feudalsystem, das 1066 durch William den Eroberer nach normannischem Vorbild in England eingeführt wurde. Seitdem gehört in Großbritannien alles Land formal der Krone. Da die Bodenfrage damit theoretisch geklärt ist, geht es im britischen Gewohnheitsrecht bei Fragen des Grundeigentums in erster Linie um das komplexe Verhältnis zwischen Verfügungsgewalt, Nutzungsansprüchen und der Dauer dieser Ansprüche.

Man unterscheidet zwischen zwei Formen des Eigentums: freehold und leasehold. Der landlord, ursprünglich ein Adliger, der vom König die zeitlich unbegrenzten Rechte (freehold estate) an einem Stück Land erhalten hat, kann dieses baulich entwickeln oder aber die Entwicklung an einen tenant übertragen. Der tenant wiederum hält die zeitlich befristeten Rechte (leasehold estate) an einem Grundstück oder einer Immobilie und kann als Entwickler, Vermieter, Mieter oder Untermieter auftreten. Der tenant zahlt einen Pachtzins oder eine Miete (rent) an den landlord.

Noch heute sind ganze 30 Prozent des Grund und Bodens in Großbritannien im Besitz von Adligen. Allein zum Crown Estate, also den der Krone direkt zugeordneten, jedoch seit 1760 öffentlich verwalteten Gütern, gehören innerhalb Londons etwa 120 Hektar Land. Der Adel hält ebenfalls einen größeren Anteil am Grundbesitz der Stadt.

Diese Eigentumsform hat seit jeher den privaten Städtebau begünstigt und die Durchsetzung übergeordneter Konzepte erschwert, was den patchworkartigen Charakter Londons erklärt. …

 

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