ARCH+ 225


Erschienen in ARCH+ 225,
Seite(n) 102-107

ARCH+ 225

Berlin: Mehr Stadt – Was soll das denn bitte heissen?

Von Hoffmann-Axthelm, Dieter /  Brandlhuber, Arno

Einer der Gäste des zehnstündigen Interview-Marathons, den Rem Koolhaas und Hans Ulrich Obrist 2007 auf Einladung von ARCH+ als Beitrag für die Documenta 12 Magazines mit Protagonisten der kulturellen Landschaft Deutschlands führten, war der Berliner Architekturkritiker und Stadtplaner Dieter Hoffmann-Axthelm. Koolhaas, der ARCH+ für das „only interesting architecture journal in Germany“ hält, begrüßte Hoffmann-Axthelm, der von 1975 bis 1985 Redaktionsmitglied der Zeitschrift war, in gewohnter Angriffslust als „intellektuellen Munitionslieferant für den Wiederaufbau Berlins“. Angesprochen auf die Nähe der Theorie zur Politik, für die HoffmannAxthelm steht, da er von vielen mit dem Lager um Hans Stimmann, den Berliner Senatsbaudirektor nach der Wiedervereinigung, assoziiert wird, sagte er, er habe immer am Rande der Macht gelebt und dabei versucht, seine Freiheit zu wahren.

Während die ebenfalls in dieser Ausgabe abgedruckten Diskussionen mit Andreas Geisel (Berliner Senator für Stadtentwicklung) und Engelbert Lütke Daldrup (Geisels Staatssekretär für Bauen und Wohnen) die im Zuge der sogenannten Flüchtlingskrise angestoßenen legislativen Veränderungsprozesse sowie die Position der gewählten Gesetzgeber und der ihnen angeschlossenen Verwaltungsstruktur abbilden, führte Arno Brandlhuber das vorliegende Gespräch mit Dieter Hoffmann-Axthelm in der Erwartung, die gewonnenen Erkenntnisse noch einmal mit einem Kenner und Kritiker beider Seiten unter theoretischen, planerischen und politischen Gesichtspunkten zu überprüfen.

Hoffmann-Axthelm und Brandlhuber stehen dabei nicht im Verdacht, sich von vorneherein über allzu viele Punkte betreffend der Berliner Stadtentwicklung einig zu sein. Doch spätestens seit den ersten sogenannten Krampnitz Tapes, die 2014 in Vorbereitung auf die Publikation The Dialogic City – Berlin wird Berlin stattfanden und bei denen Hoffmann-Axthelm mit der Forderung, das Wort Narrativ aus allen Überlegungen zur Stadtentwicklung Berlins zu streichen, auch die Auseinandersetzung mit Legislating Architecture beförderte, gilt er Brandlhuber als geschätzter Dialogpartner. …

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