ARCH+ 225


Erschienen in ARCH+ 225,
Seite(n) 186

ARCH+ 225

Rechtsweg ausgeschlossen

Von Yeboah, Anna

Die Interessenvertretung der Architekten in Deutschland folgt einer rechtlichen Doppelstruktur: Ein kleinteiliges System aus Kammern und Verbänden vertritt den Berufsstand nach außen und innen. Die eigentlich funktionale Aufteilung der Zuständigkeiten hat aber Schwächen, wenn es um Konflikte zwischen staatlichen und öffentlichen Bauinteressen geht. Welche extremen Folgen es haben kann, wenn die berufsständische Vertretung sich im Gegensatz zum deutschen Modell aktiv in den baupolitischen Diskurs einbringt und staatlichen Machtmissbrauch bekämpft, wird im Folgenden am Beispiel der Türkei gezeigt werden.

Das Wesen der berufsständischen Vertretungen der Architekten in Europa ist eng mit der jeweiligen Landesgeschichte verknüpft. Ihre Beschaffenheit, Größe und Stellung weichen stark voneinander ab: Während man in Österreich noch vom Berufsstand des Ziviltechnikers spricht, der sowohl Architekten als auch Ingenieure umfasst, die französische Architektenkammer ebenso zentralistisch organisiert ist wie Frankreich selbst und das englische Pendant, das Royal Institute of British Architects (RIBA), – anders als der Name vermuten lässt – seine Wurzeln in der europäischen Akademiebewegung hat, funktioniert die berufsständische Interessenvertretung der Bundesrepublik über Körperschaften des öffentlichen und des privaten Rechts auf föderaler und nationaler Ebene.

Nach deutschem Recht und der Standesordnung wird die Interessenvertretung der Architekten von zwei Institutionen wahrgenommen: den Architektenkammern und den Architektenverbänden. Die Kammern übernehmen Aufgaben wie die Führung der Listen oder die Aus- und Weiterbildung des Berufsstandes. Die Verbände vertreten die Belange der spezialisierten Berufsgruppen. Wie hat sich diese Doppelstruktur in Deutschland etabliert und wie ist das Zusammenspiel von Verbänden und Kammern rechtlich geregelt? …

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