ARCH+ 225


Erschienen in ARCH+ 225,
Seite(n) 208-210

ARCH+ 225

Aus dem Instrumentarium der Regulierung

Von Beech, Nick

Der folgende Essay resümiert einige der zentralen Gesichtspunkte des Verhältnisses von Gesetzgebung und Regulierung zur Architektur, wie sie auf zwei großen, in den vergangenen Jahren gemeinsam mit Katie Lloyd Thomas und Tilo Amhoff organisierten Symposien thematisiert wurden. Die erste dieser beiden Tagungen – Further Reading Required: Building specifications, contracts and technical literature – fand 2012 an der Bartlett School of Architecture, UCL, statt und befasste sich ganz allgemein mit dem historischen und theoretischen Wert, den die technische Literatur für die geisteswissenschaftliche Architekturforschung hat (darunter Verträge, Baubeschreibungen sowie legislative und gesetzliche Kodizes). Das zweite Symposium – Industries of Architecture: Process, relations, production – wurde 2014 an der Newcastle University abgehalten und widmete sich der umfassenderen Frage, wie das Verhältnis der Architektur zur Bauindustrie zu interpretieren sei. Die aus diesen Veranstaltungen hervorgegangenen Publikationen widmen sich der Frage, inwieweit die Architektur durch regulative Systeme konstituiert wird und inwieweit sie selbst für derlei Systeme konstitutiv ist.

In den genannten Arbeiten wird die Regulierung als eine operative, in einer Reihe von unterschiedlichen Instrumentarien wirksame Kraft innerhalb der Architektur untersucht: die Regulierung von Kapitalflüssen mittels der architektonischen Form, Techniken zur Regulierung der „Qualität“ von Bauwerken, die Zuteilung und Verteilung von „Rechten“, die Techniken der Kontrolle und der Verteilung des „Risikos“ und die Formalisierung der sozialen Arbeitsbeziehungen. Wie kann die Architektur auf kritische und kreative Weise mit diesen unterschiedlichen Instrumentarien operieren?

Unserer Forschungsansatz besteht darin, die legislativen Systeme und die regulativen Techniken, Technologien und Phänomene nicht als Äußerlichkeiten oder zufällige Einschränkungen, sondern als einen integralen und immanenten Bestandteil der Architektur zu betrachten. Das steht im Widerspruch zu dem, wie Architekten normalerweise auf solche Systeme reagieren. …

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