ARCH+ 228


Erschienen in ARCH+ 228,
Seite(n) 154-161

ARCH+ 228

Rechte Räume – Über die architektonische „Metapolitik“ von Rechtspopulisten und -extremisten in Deutschland

Von Trüby, Stephan

Mit dem Aufschwung rechtspopulistischer, antiliberaler und autoritärer Politikoptionen ist auch die Architektur ins Visier der Abendlandschützer, Männlichkeitstrainer und Geburtsratensteigerer, der traurigen Ritter der Souveränität, patriotisch Gekränkten und sonstiger Wutisten geraten. In Opposition zu weiten Teilen der deutschen Architektenschaft und Bauwirtschaft, für die die Willkommenskultur nicht zuletzt eine Art ethisch wertvolle Abwrackprämie darstellt, betreiben auf breiter Front Apokalyptiker und Integrierte eine Verfertigung rechter Räume nach zunehmend gefestigten ideologischen Mustern. Zur Schlüsselvokabel ist dabei die eher harmlos klingende „Metapolitik“ geworden.

Darunter versteht etwa der deutsche Rechtsausleger Götz Kubitschek das weite Feld „des Worts, des Gedankens, des Stils, der Bücher, Zeitschriften, Veranstaltungen, des Habituellen, der Aura“, welches aus seiner Sicht fundamental zu verändern ist, und zwar im Sinne einer Kulturrevolution von rechts. Doch Kubitschek und seinesgleichen sollten sich nicht wundern, wenn ihnen ihr philosophisch recht schwachbrüstiges Verständnis von „Metapolitik“ auf die Füße fällt, nämlich dorthin, wo es am meisten weht tut: in die Privatsphäre. Darauf wird zurückzukommen sein.

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