ARCH+ 167


Erschienen in ARCH+ 167,
Seite(n) 10-15

ARCH+ 167

realities united

Von Ruby, Andreas /  Ruby, Ilka

Architektur als generalistische Reprogrammierung der Wirklichkeit

realities united ist nicht unbedingt ein Name, hinter dem man ein Architekturbüro vermuten würde, eher schon einen Fußballklub. Tatsächlich ist realities united auch kein Architekturbüro, ein Fußballklub aber noch weniger. Seine Gründer, Jan und Tim Edler, sind allerdings Architekten und Fußball spielen können sie nicht. Auf jeden Fall haben sie Architektur studiert und dabei ein Verständnis von Architektur entwickelt, das sie als “Nichts richtig können, aber alles kennen – und daraus Schlüsse ziehen” beschreiben. Im Gegensatz zu dieser generalistischen Architekturauffassung war die architektonische Alltagsrealität in der Mitte der neunziger Jahre, als beider berufliche Karriere in Berlin begann, eher durch eine generalisierte Form der Selbstbeschränkung geprägt: die definitorische Einengung der Architektur auf das Bauen; Arbeit in der Isolation eines Architekturbüros anstelle von Austausch im Netzwerk mit verwandten Disziplinen; eine manischdefensive Haltung gegenüber den aufkommenden Neuen Medien und ihren unverkennbaren Auswirkungen auf Wahrnehmung, Benutzung und Produktion von Räumen insgesamt.

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