ARCH+ 167


Erschienen in ARCH+ 167,
Seite(n) 24-27

ARCH+ 167

Architektur als Allusion

Von Diedrich, Lisa

Hermann Hiller und der “Planet der Freien Klasse”

 

Wer das Spiel begonnen hat, ist nicht richtig klar. Es ist auch egal, schließlich gehören immer mehrere zum Spiel. Schwerer wiegt, was gespielt wird. Es geht um Schönheit, das Leben, Schlausein, die Versuchung, Liebe, Erkenntnis, Berührung, den Atem verschlagen. Starker Tobak? Das Spiel ist leicht. Auf jeden Fall geht es um mehr als um einen komischen Museums-Neubau im verwilderten Garten eines komischen niederbayerischen Barockschlosses. So wie es Marcel Duchamp bei seinem Flaschenständer auch um mehr ging als um den Flaschenständer. Oder wie es ihm, anders herum gesagt, natürlich gerade darum ging, daß der Flaschenständer damals eben gerade als Flaschenständer in jener Welt zu stehen kam. Als ein neuer Planet, der in die bestehende Welt mit seiner eigenen einschlägt und eine Art ästhetischen Schock auslöst. Ein solches Werk kann man nicht einfach als “groben Unfug” abtun, meinte der große deutsche Hermeneutiker Hans-Georg Gadamer in seinen Salzburger Vorlesungen über “Die Aktualität des Schönen”.

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