ARCH+ 167


Erschienen in ARCH+ 167,
Seite(n) 32-33

ARCH+ 167

Netzwerken auf Bairisch

Von Herwig, Oliver

Team 444

Netzwerke haben Tradition in Bayern. Sie heißen Stammtisch, Verein und neuerdings Golf-Club. Ministerpräsident Max Streibl verdankt ihnen einen Platz in der Geschichte, auch wenn kaum jemand mehr weiß, worum es bei der Amigo-Affäre ging. Was Wunder, daß Vitamin B und Spezlwirtschaft zum Klischee des Freistaats gehören wie der Laptop zur Lederhose. Es geht auch anders: Architekten kennen das Dilemma großer Netzwerke. Sie sind standesgemäß organisiert und arbeiten doch als Einzelkämpfer, darauf bedacht, sich in Stil, Inhalt und Form von Mitbewerbern abzusetzen. So erschöpfen sich Gemeinsamkeiten oft darin, die Honorarordnung zu verteidigen. Daß Büros zusammenarbeiten, kommt vor, auch, daß Freundschaften das Berufliche überlagern. In München stellt Team 444 Gewohntes in Frage. Peter Haimerl, Hermann Hiller, Eik Kammerl (Exilhäuser) und Markus Link (Ponton) arbeiten experimentell, subversiv und spontan. Ihre Basis bilden unabhängige Büros, die sie zu Aktionen zusammenschalten. Danach gehen sie wieder eigenen Projekten nach, verlieren sich aber nie aus den Augen. Wer sind die Münchner Netzwerker? Und warum machen sie Aktionen am Rande der Architektur? Eine Exkursion zu gebauten Experimenten, Männerfreundschaften und soliden Dingen des Lebens.

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