ARCH+ 167


Erschienen in ARCH+ 167,
Seite(n) 42-45

ARCH+ 167

Freiräume und Kuschelecken

Von Colas, Jean Philippe

Zu Existenz und Handeln von Architekten-Netzwerken
Off-Architektur nennt sie ARCH+. Raumlabor, Anarchitektur, Office for Subversive Architecture nennen sie sich selbst. Impro-Combos oder Kollektive nennen sie die Autoren dieses Heftes. Ich nenne sie einfach: Netzwerke. Erstens, weil dieses deutschsprachige Wort allfällige Interpretationsakrobatik unnötig macht und das Phänomen schlicht beschreibt. Zweitens, – und dies ist der wichtigere Grund – weil Netzwerk ein mittlerweile stehender Begriff ist, zu dem es über das populäre Verständnis des networking hinaus ein theoretisches Grundgerüst gibt. Trotz dieser Theorien scheint es aber, als wenn ein solches Verständnis des eigenen Handelns in den Netzwerken selbst noch nicht existiert. So gilt es jenseits der “vortheoretischen Praxis”1 die zur Zeit weitverbreitete Organisationsform für den eigenen Erfolg als Architekten-Netzwerk zu nutzen. Freiräume Architekten-Netzwerke sind ein merkwürdiges Phänomen. Es sind Arbeitsgruppen ohne Aufgabe, amorphe Zusammenstellungen von Individuen, die sich Flexibilität und Spontaneität auf die Fahnen geschrieben haben. Sie sind so individuell, scheint es, daß man auf der Suche nach Gemeinsamkeiten kaum welche finden wird. Es gibt Namen und Labels, Gebautes und Geschriebenes, Räume und Events, und Menschen dazwischen.
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