ARCH+ 167


Erschienen in ARCH+ 167,
Seite(n) 56-59

ARCH+ 167

Zwischenpalastnutzung

Von studio urban catalyst

“Alle Häuser sind da – hört auf zu bauen!". Eine ähnliche Parole rief die 68er- Bewegung mit wenig Erfolg. Inzwischen hat die Wirklichkeit die Utopie längst eingeholt. Vielerorts gibt es einen Überschuß an Bauten, die Bautätigkeit geht zurück, Architekten sind arbeitslos. Mit der Krise der öffentlichen Haushalte und neoliberalen Politikkonzepten ist Städtebau zu einem Inselurbanismus zusammengeschrumpft. In klar abgegrenzte Stadtinseln investieren private Entwickler, während die Bereiche dazwischen sich selbst überlassen bleiben und viele Gebäude und Grundstücke brachfallen. Die räumliche Exklusion geht mit einer ökonomischen Exklusion einher: während in der klassischen Moderne Städtebau als gesamtgesellschaftliche Herausforderung verstanden wurde, erfolgt Stadtgestaltung heute durch profitorientierte Anlageinvestitionen zur Bedienung einer zahlungsfähigen Nachfrage. Wer kein Geld hat, nimmt keinen Einfluß auf die Stadtentwicklung. Scheinbar.

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