ARCH+ 111

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Erschienen in ARCH+ 111,
Seite(n) 31-32

ARCH+ 111

Das Verschwinden der Ferne

Von Flusser, Vilém

Man kann heute mit einigem Recht von einem dreigeteilten Weltbild sprechen. Ein Triptychon könnte dies wie folgt darstellen: im Mittelteil die Welt, wie wir sie mit dem Auge wahrnehmen, auf dem linken Flügel die Welt, wie sie im Teleskop erscheint, auf dem rechten schließlich die Welt aus der mikroskopischen Perspektive. Versuchen wir einmal, uns in die Zeit Galileo Galileis zurückzuversetzen. Dessen Zeitgenossen hatten die Vorstellung von zwei Welten: einer sublunaren, also einer „unter dem Mond" gelegenen, sowie einer „über dem Mond" gelegenen Welt; für die Menschen waren sie miteinander unvergleichbare Ordnungen. Nun waren in der sublunaren Welt die vier sie ausmachenden Elemente in „Unordnung" geraten. Sollte eigentlich die Erde zuunterst liegen, darüber das Wasser, darüber wiederum die Luft und zuoberst das Feuer, so war doch auch Wasser in der Luft sowie unter der Erdoberfläche (Regen und Quellen) vorhanden, es fand sich Luft im Wasser (Luftblasen) und unter der Erde (Erdbeben)...
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