ARCH+ 116: Gebaute Weltbilder

Die Architektur der technischen Bilder

von Boullée bis Buckminster Fuller: Texte von J. Krausse

Die vier Projekte, die in diesem Heft vorgestellt werden, sind allesamt Gehäuse zur Aufnahme von Wahrnehmungsapparaten; entweder Apparate zur Naturbeobachtung – der Einsteinturm oder die Camera obscura – oder Projektionsapparate zur Simulation des Kosmos bzw. zur Projektion mentaler Bilder, mentaler Welten. Das Charakteristische dieser Apparate ist, daß sie immer zwei unterschiedliche Räume zusammenführen. Sie bilden ein Wahrnehmungsfenster, das z.B. beim Einsteinturm den Makrokosmos in den Mediokosmos einführt oder umgekehrt, wie z.B. bei den Teilchenbeschleunigern oder dem Elektronenmikroskop, Einblicke in den Mikrokosmos gewährt. Damit lassen sich diese Projektionsapparate zur Simulation kosmischer Räume oder zur Projektion mentaler Welten als Übergänge oder Verbindungen zwischen zwei unterschiedlichen Räumen auffassen. Diese Gebäude und ihre räumlichen Dispositionen sind also gewissermaßen Prototypen einer Architektur der Informationsgesellschaft; denn bei der Telekommunikation werden ja ganz analog zu den Wahrnehmungsinstrumenten jeweils zwei weit entfernte Räume miteinander verknüpft.

 

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