Der Bauakademie-Code

Auf Einladung von ARCH+ und der Sektion Baukunst der Akademie der Künste diskutierten am 12. Juni 2018 im Rahmen des ARCH+ features 74 rund 200 Gäste am Berliner Hanseatenweg die Zukunft der Bauakademie und erstellten den BAUAKADEMIE-CODE.

Wir hatten den im Mai entschiedenen Programmwettbewerb zum Anlass genommen, alle Teilnehmer dazu einzuladen, ihre Ideen öffentlich in einem kurzen Vortrag vorzustellen sowie eine Forderung an die künftige Bauakademie zu formulieren. Zwanzig Wettbewerbsteilnehmer haben persönlich präsentiert, darunter drei der fünf Preisträger.

Aus den Forderungen wurde der BAUAKADEMIE-CODE entwickelt. Alle Anwesenden stimmten mit grünen und roten Karten darüber ab, ob die jeweilige Forderung in den Code aufgenommen wird. Drei Teilnehmer hatten keine Forderung gestellt.

Das neue Veranstaltungsformat ist aus dem Bedürfnis heraus entstanden, öffentliche Architekturthemen jenseits von klassischen Podiumsdiskussionen oder Experteninterviews weiterzuentwickeln – auf Basis gemeinsamen Handelns und gegenseitigen Interesses.

Die folgenden Forderungen wurden von den Anwesenden angenommen und von uns anschließend zwei Themenfeldern zugeordnet: Zukünftiger Wettbewerb und Anforderungen an die Institution.

 

Zum künftigen Wettbewerb

– Sämtliche weitere Wettbewerbe ohne jegliche Vorgabe zu Position, Volumetrie und Umgang mit Geschichte!

– Die Bauakademie sollte weder zu 100% Schinkel sein, aber auch nicht 100% neu, sondern beides: ein Dialog, ein Widerspruch – vielleicht sogar ein Streitgespräch.

– Die neue Bauakademie soll nicht zur gegenwärtigen ideologischen Säuberung der Stadt beitragen.

– Die neue Bauakademie bietet die einmalige Chance, ein manifesthaftes Gebäude zu errichten, das für den Umgang mit Rekonstruktion und Wiederaufbau völlig neue Wege einschlägt – dementsprechend offen für die unterschiedlichsten Lösungsansätze sollte das weitere Verfahren bleiben.

– Der entwurfliche Bezug auf Schinkel soll kein Automatismus sein. Wir fordern eine ernsthafte konzeptionelle Klärung des Rückbezugs auf Schinkel und sein Bauwerk.

– Nicht das Klein-Klein eines ausgeklügelten Programms darf zum Thema des Wiederaufbaus der Bauakademie werden, vielmehr ist die Architektur selbst zu thematisieren.

– Ein Neubau muss flexibel sein und alle Formate der Präsentation/Diskussion bedienen können. Seine Machart muss den Weg in die Zukunft des nachhaltigen Bauens weisen. Bei der Bauakademie ist das Gebäude Programm.

– Gute Architektur ist immer auch Kritik am Bestand – sie soll sich in einem permanenten Umbauen der Bauakademie und des Schinkelplatzes materialisieren.

– Mehr offene Wettbewerbe!


Zur Institution

– Eine Neue Bauakademie sollte sich gleichermaßen mit ALTER, wie auch mit WERDENDER ARCHITEKTUR beschäftigen.

– Wiedererrichtung der Bauakademie als Ort, an dem heute Architektur entsteht.

– Niedrigschwellig und selbstverständlich zugänglich für Laien, Passanten und Experten soll die Bauakademie das Thema Architektur und damit auch sich selbst machen.

– Wir fordern eine Bauakademie, die sich beständig neu erfindet.

 

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