Call for Papers: Legislating Architecture – Gesetze gestalten

Geschrieben am 21.12.2015
Kategorie(n): ARCH+ news

 The call for papers is closed:

Thank you to all who participated, we received many excellent submissions. We are excited to have an ARCH+ issue full of interesting works investigating the relationship of legislation and architecture!

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Wir haben eine große Bandbreite von Einsendungen erhalten und danken allen herzlich für die Teilnahme. Wir freuen uns auf eine ARCH+ Ausgabe mit grundlegenden und vielfältigen Beiträgen zum Themenfeld "Gesetze gestalten"!

German see below/Deutsch siehe unten

Legislation—from planning law, building codes, taxation, to regulations about hygiene and safety—manifests itself in architectural and urban form. The preconditions set by legislation tangibly transfigure power structures into physical structures. Legislation alters geographies and draws boundaries; it safeguards and regulates common goods and individual rights; it serves to minimize risk. With our issue Legislating Architecture, we hope to address two main perspectives toward legislation, both of which are expressed in the issue’s German subtitle, Gesetze gestalten. The phrase can be read as both a declaration that laws design, and an exhortation to design laws.

 

In the first instance, we want to highlight how laws create design. Why do cities look the way they do? What laws shape our built environment and the architecture profession? Seeing legislation from this point of view posits that the rules governing design—like zoning, or building codes—are unavoidable conditions that, in the best-case scenario, can be “interpreted.” How can architects, designers, and city planners consider these legislative preconditions as pro-active instruments, as design tools, rather than as obstacles? How can we harness these regulations to produce innovative designs?

On the other side of the coin, this issue will invert that perspective and explore the possibility that design creates laws. According to this line of argument, designing laws should be inherent to the practice of architecture. Can designers play an instrumental role in changing and establishing the conditions that govern their own practice, rather than these conditions simply being dictated? Can we envision an empowered architecture that challenges the status quo by operating as a catalyst for renegotiation?

ARCH+ is seeking contributions in the form of critical essays, studies, case studies, projects, realizations, and designs that address national or international aspects of the topic. Because this bilingual issue (in German and English) must be printed in time for an important event in mid-May, drafts must be submitted by January 29, 2016. Due to the short timeframe, we’re giving preference to available drafts or unpublished essays (or essays haven’t been published in one of the respective languages). In individual cases, it will be possible to propose a new paper, if the editorial team deems the proposal significant and the timeframe seems doable. Please submit your proposals in PDF form to: ngo(at)archplus.net.

I. Laws Create Design
Although forces of globalization and financialization are making cities ever more similar, it’s still easy to identify distinct differences between them. New York is different from London; Paris is different from Berlin. Yet why do these cities look the way they do? What regulations and laws have a direct or indirect impact upon their design? Using examples of specific cities, we hope to elaborate the formal differences and trace their foundations in law.

II. Design Creates Laws
Behind all these rules and laws, different agendas are at play—motivations like politics, finances, taxation structures, security, hygiene, or environmental politics. What are examples of flashpoints where architects and planners can influence policy through their practice, and ultimately change it?

III. Case Study Berlin
Using Berlin as our case study, we’ll investigate what laws need to be changed, amended, thrown out, or drafted anew in order to bring about a different Berlin. Considering the city’s acute housing shortage, this Berlin should address questions of mixture (social and functional), gentrification and displacement, adaptive reuse, etc. What would this new Berlin look like?

KEY WORDS: building codes / governmentality / zoning / power, knowledge, architecture / right to the city / empowerment / extra-legal space / state of exception / tax havens / free trade zones / legal gaps / amnesty / Occupy / illegal settlements / squatters / housing / urban planning


The issue Legislating Architecture – Gesetze gestalten is being conceived in collaboration with brandlhuber+. It serves as an follow-up to the theme addressed at ARCH+ features 35: “Legislating Architecture,” which took place in March 2015 at TU Berlin in conjunction with Harvard Studio Berlin/Graduate School of Architecture, Harvard University (with Frank Barkow and Regine Leibinger, Jochen Becker, Arno Brandlhuber, Sam Chermayeff, Florian Hertweck, Niklas Maak, Fritz Neumeyer, Dubravka Sekulic, Jean-Philippe Vassal, Senate Department of Urban Development and the Environment Berlin, et al.).
 

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Deutsch

Gesetze manifestieren sich in Architektur und im Stadtbild – durch Baugesetze und Bauordnungen genauso wie durch Hygiene- und Sicherheitsvorschriften und das Steuerrecht. Durch die rechtlichen Bedingungen schreiben sich Machtstrukturen in die baulichen Strukturen ein. Gesetzgebungen formen Geographien und ziehen Grenzen; sie sichern und regulieren sowohl das Allgemeinwohl als auch individuelle Rechte; und sie dienen der Minimierung von Risiken. Mit der ARCH+ Ausgabe über Legislating Architecture möchten wir das Thema aus zwei Perspektiven beleuchten, die sich in den zwei Lesarten des Untertitels Gesetze gestalten widerspiegeln: erstens dass Gesetze die gebaute Umwelt gestalten und zweitens als ein Aufruf, Gesetze zu gestalten.

Im ersten Teil wollen wir herausarbeiten, wie durch Gesetze die gebaute Umwelt gestaltet wird. Warum haben Städte ein bestimmtes Aussehen? Welche Gesetze formen die gebaute Umwelt und die Architekturpraxis? Aus diesem Blickwinkel betrachtet, sind Vorschriften wie die Bauordnung oder Bebauungspläne unausweichliche Bedingungen, die im besten Falle kreativ ausgelegt werden können. Wie können sich Architekt*innen und Planer*innen diese Voraussetzungen als proaktive Instrumente und Entwurfswerkzeuge aneignen, statt sie als Hindernis zu betrachten? Wie können wir Regularien für innovative Gestaltung nutzbar machen? 

Im zweiten Teil untersuchen wir das Phänomen aus der entgegengesetzten Blickrichtung und fragen, inwiefern durch Gestaltung Gesetze produziert werden kann. Die Argumentationslinie ruft dazu auf, die Gestaltung von Regeln als integralen Bestandteil der architektonischen Praxis zu begreifen. Können Architekt*innen maßgeblich daran mitwirken, die Rahmenbedingungen ihrer eigenen Praxis selbst zu schaffen, anstatt sich ihnen nur zu unterwerfen? Können wir eine selbstbewusste Architektur skizzieren, die den Status Quo in Frage stellt, in dem sie als Katalysator für eine Neuaushandlung der Verhältnisse dient?

ARCH+ sucht Beiträge in Form von kritischen Essays, Studien, Fallbeispielen, Projekten Realisierungen, Entwürfen, die sich mit nationalen oder internationalen Aspekten des Themas befassen. Da die bilinguale Ausgabe (Deutsch/Englisch) Mitte Mai anlässlich eines wichtigen Termins vorliegen muss, benötigen wir die Einreichungen von Vorschlägen bis 29. Januar 2016. Angesichts des knappen Zeitplans sind wir an bereits vorhandenen Ausarbeitungen interessiert, die bisher noch nicht oder nicht in beiden Sprachen veröffentlicht wurden. Neue Ausarbeitungen sind im Einzelfall möglich, wenn der Zeitplan machbar erscheint. Bitte reichen Sie Ihre Vorschläge als PDF per Email ein: ngo(at)archplus.net.
 

I. Gesetzte gestalten
Obwohl Städte sich durch die Globalisierung und Finanzialisierung immer mehr angleichen, gibt es erkennbare Unterschiede. New York ist anders als London, Paris anders als Berlin. Warum sehen jedoch diese Städte so aus wie sie aussehen? Welche Regeln und Gesetze wirken sich direkt oder indirekt auf ihre Gestalt aus? Anhand von Beispielen werden die formalen Unterschiede erfasst und deren gesetzliche Grundlage offen gelegt.

II. Gesetze gestalten!
Hinter all diesen Regeln und Gesetzen spielen unterschiedliche – politische, finanzielle, steuerrechtliche, sicherheitstechnische, hygienische oder umweltpolitische – Beweggründe eine Rolle. Welche Beispiele gibt es, bei denen Architekten und Planer mit ihrer Praxis auf das Regelwerk einwirken und es schlussendlich verändern?

III. Case Study Berlin
Am Beispiel von Berlin soll untersucht werden, welche Regeln verändert, ergänzt, abgeschafft oder neu eingeführt werden müssen, um ein anderes Berlin zu erreichen? Dieses Berlin sollte angesichts der Wohnungsnot Fragen der (sozialen und funktionalen) Mischung, der Gentrifizierung und Verdrängung, der Nachverdichtung et cetera behandeln. Wie sähe dieses neue Berlin aus? 

KEY WORDS: Bauordnung / Baugesetze / Gouvernementalität / Macht, Wissen, Architektur / Recht auf Stadt / Teilhabe / Empowerment / Rechtsfreier Raum / Ausnahmezustand / Steueroasen / Freihandelszonen / Rechtslücken / Amnestie / Occupy / Illegale Besiedlung / Besetzung / Wohnungsbau / Stadtplanung


Die Ausgabe Legislating Architecture – Gesetze gestalten wird in Kooperation mit brandlhuber+ konzipiert. Das Heft greift dabei die Themen des ARCH+ features 35: "Legislating Architecture" auf, das im März 2015 an der TU Berlin in Zusammenarbeit mit dem Harvard Studio Berlin/Graduate School of Architecture der Harvard University stattfand (mit Frank Barkow und Regine Leibinger, Jochen Becker, Arno Brandlhuber, Sam Chermayeff, Florian Hertweck, Niklas Maak, Fritz Neumeyer, Dubravka Sekulic, Jean-Philippe Vassal, der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin u.a.)
 

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