Symposium: Kann Universalität spezifisch sein? Can the Universal Be Specific?

Geschrieben am 04.10.2016
Kategorie(n): ARCH+ news, Projekt Bauhaus, Symposium, Universalität

12. November 2016, 13.00–21.30 Uhr
Heinrich-Böll-Stiftung e.V., Schumannstraße 8, Berlin

 

Panel 1: Conflicts of Universalism / Konflikte des Urbanismus

Lectures by / Vorträge von: Ina Kerner, Karin Wilhelm, Walter Prigge
Moderation: Philipp Oswalt
Playlist with all contributions of the first panel, english versions:

 

Playlist mit allen Beiträgen des ersten Panels, deutsche Fassungen:

 

Panel 2: Architecture of the Universal / Universelle Architektur

Lectures by / Vorträge von: Marion von Osten, Anne-Julchen Bernhardt, Christian Benimana
Moderation: Stephan Trüby
Playlist with all contributions of the second panel, english versions:

 

Panel 3: Universal Products / Universelle Produkte

Lectures by / Vorträge von: Ruben Pater, Hans Peter Hahn, Aristide Antonas
Moderation: Ethel Baraona Pohl
Playlist with all contributions of the third panel, english versions:

 

Panel 4: Algorithmic Universalism / Algorithmischer Universalismus

Lecture by / Vortrag von: Matteo Pasquinelli
Diskussion: Ruben Pater, Matteo Pasquinelli, Karin Wilhelm
Moderation: Ethel Baraona Pohl, Jesko Fezer
Playlist with all contributions of the fourth panel, english versions:

 

English Version please scroll or click here

Alle Vorträge werden simultan englisch/deutsch übersetzt
Limitierte Platzanzahl, Eintritt: 15 Euro, ermäßigt 8 Euro zzgl. Vorverkaufsgebühr, Karten erhältlich unter: www.projekt-bauhaus.de

Das Programm steht detailliert fest, und findet sich hier

Programm und Biografien: Download

Seit der Postmoderne ist das Konzept des Universalismus zunehmend in Frage gestellt worden. Heute betonen Designer*innen, Architekt*innen und Investor*innen stets, das Ortsspezifische zum Ausgangspunkt ihrer Projekte zu machen – oftmals bleibt es allerdings bei der Rhetorik. Lokale Identitätskonstruktionen sind wieder en vogue, auch in der Politik. Nationale und regionale Partikularinteressen formieren sich verstärkt gegen die Idee einer internationalen Weltgemeinschaft – und das in einer Situation, in der die aktuellen Herausforderungen nur im globalen Verbund angegangen werden können. Die Gestaltung von universellen Infrastrukturen hingegen ist durch multinationale Konzerne und Medienunternehmen bestimmt. Akteure wie Apple, Microsoft, Google, facebook, Airbnb und Uber haben ihr Wirken darauf verlagert, übergreifende Plattformen zu entwickeln, die den universellen Strukturrahmen für eine Vielzahl von Anwendungen liefern und so das globale Wirtschaftssystem grundlegend verändern.

Mit der Frage „Kann Universalität spezifisch sein?“ greift projekt bauhaus die Ideen des Universalismus und Internationalismus der klassischen Moderne auf, um dessen emanzipatorisches Potential kritisch zu untersuchen. In der Veranstaltung werden dafür Positionen aus Politikwissenschaften, Anthropologie, Soziologie, Kulturwissenschaft, Kunst, Architektur und Gestaltung vorgestellt, die Verhandlungsräume zwischen Universalität und Spezifizität untersuchen und in diesem Spannungsfeld aktuelle Gestaltungskonzepte entwerfen.

Mit Aristide Antonas, Anne-Julchen Bernhardt / BeL Sozietät für Architektur, Christian Benimana / MASS Design Group, Sabine Drewes, Jesko Fezer, Hans Peter Hahn, Christian Hiller, Ina Kerner, Anh-Linh Ngo, Marion von Osten, Philipp Oswalt, Matteo Pasquinelli, Ruben Pater, Ethel Baraona Pohl, Walter Prigge, Stephan Trüby und Karin Wilhelm. Die Kurzbiografien der Referent*innen finden Sie hier

Eine Veranstaltung von projekt bauhaus und ARCH+ Verein zur Förderung des Architektur- und Stadtdiskurses e.V., in Kooperation mit Heinrich-Böll-Stiftung, gefördert durch die bpb – Bundeszentrale für politische Bildung, mit freundlicher Unterstützung von IFA – Institut für Auslandsbeziehungen

Informationen zur Jahresfrage 2016 und Buchung der Teilnahme unter projekt bauhaus 

 

PROGRAMM

13:00 Warum Universalismus?

Begrüßung: Sabine Drewes, Heinrich-Böll-Stiftung

Einführung: Anh-Linh Ngo, Christian Hiller, Philipp Oswalt, projekt bauhaus

 

13:30 Konflikte des Universalismus

Der Universalismus, eine Kernidee von Aufklärung und klassischer Moderne und damit auch des Bauhauses, ist seit den 1970er-Jahren in eine Krise geraten. Der post-koloniale Diskurs stellt in Frage, dass der westlich geprägte Universalismus wirklich universell ist. Vor dem Hintergrund aktueller städtischer Ausgrenzungen und dem Wiederaufkommen populistischer Nationalismen bekommt Universalismus auf der anderen Seite eine neue Aktualität. Ist Universalismus überhaupt wünschenswert? Lässt sich im Alltagsleben der Gegensatz zwischen Universellem und Spezifischem vermitteln und aufheben? Wie kann die Idee des Universalismus weiterentwickelt werden?

Universalismus: Grundzüge, Kritik, Aneignung
Ina Kerner, Politikwissenschaftlerin, Humboldt-Universität Berlin

Alltag(s)-Wissen. Der Traum vom guten Leben
Karin Wilhelm, Architekturtheoretikerin und -historikerin, Berlin

Stadt für alle
Walter Prigge, Stadtsoziologe, Leipzig

Moderation
Philipp Oswalt, Architekt, Kurator und Publizist, Universität Kassel

15:15 Pause

 

15:45 Universelle Architektur

Die Architektur der Moderne hat sich nach dem 2. Weltkrieg global verbreitet. Universalistische Gestaltungsprinzipien migrierten in eine Vielzahl von Ländern und verkoppelten sich in unterschiedlicher Form und Dynamik mit den örtlichen Baustilen, vorhandenen Ressourcen und spezifischen Bedürfnissen. Wie schreibt sich Universelles und Spezifisches in Architekturen ein? Wie kann die Konfliktzone zwischen diesen Polen verhandelt und positiv gestaltet werden?

Wer baut?
Marion von Osten, Künstlerin, Autorin und Kuratorin, Berlin

Loaded
Anne-Julchen Bernhardt, Architektin, BeL Sozietät für Architektur, Köln

The African Design Center
Christian Benimana, Architekt, MASS-Programmdirektor, Ruanda

Moderation
Stephan Trüby, Architekt und Kurator, Technische Universität München

17:30 Pause

 

18:00 Universelle Produkte

Die am Bauhaus und in der Moderne entwickelten Gestaltungsprinzipien basieren auf Rationalisierung, Standardisierung und Normierung, die die massenhafte Herstellung von Konsumprodukten ermöglichte. Mit nur geringfügigen Anpassungen der Kommunikations- und Marketingstrategien werden diese weltweit vertrieben. Doch entgegen der ursprünglichen Designambitionen werden diese universellen Objekten oft lokal spezifisch angeeignet. Können Objekte im Gebrauch spezifisch werden?

Politiken der Gestaltung
Ruben Pater, Designer, Amsterdam

Aneignung, Hybridisierung, Bricolage. Improvisation als ästhetische Praxis
Hans Peter Hahn, Ethnologe, Goethe Universität, Frankfurt am Main

Die Konsequenzen des Rückzugs
Aristide Antonas, Architekt und Autor, Athen

Moderation
Ethel Baraona Pohl, Kritikerin, Autorin und Kuratorin, Barcelona

19.45 Pause

 

20:15 Algorithmischer Universalismus

Heute entfaltet sich der Universalismus umfassend im Digitalen. Die Welt wird im binären Code erfasst, ausgewertet und kalkuliert. Regierungen, multinationale Konzerne und Onlineplattformen regulieren die Datenströme und Handlungsoptionen. Welche Perspektiven jenseits dieses Plattformkapitalismus mit seinen algorithmisch basierten Machstrukturen sind gestalterisch erzielbar?

Über die Entstehung westlicher digitaler Normen
Matteo Pasquinelli, Philosoph, Hochschule für Gestaltung Karlsruhe

 

20:45 Diskussion

Mit
Ruben Pater, Matteo Pasquinelli und Karin Wilhelm

Moderation
Ethel Baraona Pohl und Jesko Fezer, Architekt, Gestalter und Autor, HFBK Hamburg

 

REFERENT*INNEN

Aristide Antonas
arbeitet in den Bereichen der Philosophie, Kunst, Literatur und  Architektur. Er veröffentlicht Romane, Theaterstücke und Essays. Seine Arbeiten wurden bei der Istanbul Design Biennale, den Architekturbiennalen in Venedig und São Paulo, der Display Prague, dem New Museum in New York, im S AM in Basel und am Vorarlberger Architektur Institut gezeigt. Er gewann den ArchMarathon 2015 und war für den Iakοv-Chernikov-Preis (2011) als auch den Mies Van der Rohe Award (2009) nominiert. Derzeit unterrichtet er als Professor das Masterprogramm zu Architectural Design an der University of Thessaly in Griechenland. Er war Gastdozent an der Bartlett UCL und Gastprofessor für Literatur an der FU Berlin.

BeL
wurde im Jahr 2000 von Anne-Julchen Bernhardt (geb. 1971) und Jörg Leeser (geb. 1967) gegründet. Für ihre Arbeit wurde BeL mit Preisen wie dem Kunstpreis Baukunst der Akademie der Künste Berlin ausgezeichnet. 2016 erweiterten sie für die Architekturbiennale in Venedig in ihrem Beitrag Neubau ihr System „Grundbau und Siedler“ – und damit den Selbstbau – vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Wohnungskrise auf den städtischen Maßstab. Bernhardt ist Professorin für Gebäudelehre an der RWTH Aachen, Leeser unterrichtet als Professor an der Peter Behrens School of Arts in Düsseldorf.

Christian Benimana
schloss die School of Architecture and Urban Planning (CAUP) der Tongji Universität mit dem Bachelor ab und arbeitete danach bei LongiLat Architecture and Research in Shanghai bevor er 2010 zu MASS wechselte und dort 2011 ein Stipendiat des Global Health Corps war. Derzeit leitet er den Aufbau des African Design Centre, das auf dem Kontinent in lokal verankerten Lehrgängen Fördertalente in umsetzungsbezogenen Methoden ausbildet, gleichzeitig ist er Vorsitzender des Education Board des East African Institute of Architects. Benimana war bei Entwurfs- und Realisierungsprojekten, Entwicklungsinitiativen und als Betriebs- und Verwaltungsleiter tätig. Er lehrte an der Architekturfakultät des Kigali Institute of Science and Technology (KIST).

Sabine Drewes
ist seit 2007 Referentin für Kommunalpolitik und Stadtentwicklung bzw. Head of Local Politics and Urban Development bei der Heinrich-Böll-Stiftung. Sie studierte Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin. 2002 bis 2006 war sie Redakteurin der Kommunalpolitischen Infothek. Zuvor war sie als Referentin für Publizistik bei Grüne/Alternative in den Räten Nordrhein-Westfalens (GAR-NRW) tätig und ehren- amtliche Mitarbeiterin in den grünen Ratsfraktionen Düsseldorf und Dortmund (u.a. sachkundige Bürgerin im Ausländerbeirat der Stadt Dortmund). 1994 bis 1997 arbeitete sie als freiberufliche Journalistin in Berlin (u.a. für Zitty, DeutschlandRadio, Deutsche Welle Fernsehen, Canadian Broadcasting Corporation).

Jesko Fezer
Gestalter und Autor, ist Professor für Experimentelles Design an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. In Kooperation mit ifau realisiert er Architekturprojekte. Er ist Mitbegründer der Buchhandlung Pro qm sowie Teil des Ausstellungsgestaltungs- studios Kooperative für Darstellungspolitik.

Hans Peter Hahn
ist Professor für Ethnologie an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Er arbeitet über materielle Kultur, Konsum und Migration. Neben Projekten der internationalen Museumskooperation forscht er zu Konsumgütern und zu Mobiltelefonen in Westafrika. Seine Publikationen umfassen u.a. Aufsätze über Fahrräder, Plastiksandalen, Mobiltelefone und andere Alltagsgüter, sowie zu ökonomischen Themen. Er hat eine Einführung zu materieller Kultur (2005) verfasst und ein Handbuch Materielle Kultur (2014) mit herausgegeben. Er ist Sprecher des DFG-Graduiertenkollegs „Wert und Äquivalent“ (GRK 1576) und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats für das Humboldt- Forum in Berlin.

Christian Hiller
ist Medienwissenschaftler, Kurator und Publizist. Neben Tätigkeiten für das Haus der Kulturen der Welt (2014–2016), die Stiftung Bauhaus Dessau (2009–2014) und die Hochschule für bildende Künste Hamburg (2010–2013) realisierte er Ausstellungsprojekte die u.a. im MMCA Seoul, HOK Oslo, MNBA Santiago de Chile, SESC São Paulo und bei der Architekturbiennale in Venedig gezeigt wurden. Er forscht und publiziert zu Urbanismus, Architektur, Design, Kunst, Performance, Film, Medien und deren gesellschaftlichen Schnittstellen.

Ina Kerner
ist Politologin mit Schwerpunkt in der Politischen Theorie und assoziiertes Mitglied des Zentrums für transdisziplinäre Geschlechterforschung der Humboldt-Universität zu Berlin. Von 2009 bis 2016 war sie Juniorprofessorin für Diversity Politics an der HU, neben Fellowships und Gastprofessuren an der University of the Western Cape in Kapstadt, beim Research Network on Interdependent Inequalities in Latin America (desiguALdades.net) der Freien Universität Berlin, am Goldsmiths der University of London, an der Universidade de Brasília sowie an der Quaid-i-Azam University in Islamabad.

Anh-Linh Ngo
ist Architekt und Autor sowie Mitherausgeber der Zeitschrift ARCH+. Schwerpunkte seiner Tätigkeit liegen in der Herstellung eines kritischen Bewusstseins für die Ideen- geschichte der Disziplin, eines erneuerten Verständnisses für die gesellschaftspolitische Bedeutung der Architektur und der Stadt sowie eines erweiterten Begriffs von Planung. 2015 gründete er mit anderen die internationale Initiative projekt bauhaus. 2010–2016 war er Mitglied des Kunstbeirats des Instituts für Auslandsbeziehungen, für das er 2009 die Wanderausstellung Post-Oil City entwickelte. Seit 2010 kuratiert er die Diskursreihe ARCH+ features. 2006/07 initiierte er das Projekt The Making of Your Magazines, mit dem ARCH+ am Zeitschriftenprojekt der Documenta 12 teilnahm.

Marion von Osten
(geb. 1963) beschäftigt sich als Kuratorin, Forscherin sowie als Herausgeberin und Autorin zahlreicher Kataloge und Bücher mit Themen wie kulturelle Produktion in postkolonialen Gesellschaften, Selbsttechnologien und die politischen Steuerung von Mobilität. Aktuell kuratiert sie die Ausstellung Migrant Bauhaus, die von 2017 bis 2019 durch die ganze Welt touren wird. Zwischen 2006 und 2012 war sie Professorin an der Akademie der bildenden Künste Wien und von 1999 bis 2006 an der HGK Zürich Professorin für künstlerische Praxis. Sie ist ist Gründungsmitglied des Center for Post-colonial Knowledge and Culture, Berlin und von Labor k3000 Zurich.

Philipp Oswalt
(geb. 1964), ist Architekt und Publizist sowie Professor für Architekturtheorie und Entwerfen an der Universität Kassel und Associated Investigator an der Humboldt- Universität Berlin. Er arbeitete als Redakteur für ARCH+ und als Architekt bei OMA in Rotterdam, war leitender Kurator des Projektes Schrumpfende Städte für die Kulturstiftung des Bundes sowie Mitbegründer von Urban Catalyst und Volkspalast in 2004. Von 2009 bis 2014 war er Direktor der Stiftung Bauhaus Dessau.

Matteo Pasquinelli
(geb. 1974) setzt sich als Philosoph mit den Schnittstellen von politischer Philosophie, Medientheorie und Kognitionswissenschaften auseinander. Er lehrt derzeit als Gastprofessor für Medientheorie an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Zuvor lehrte er am Pratt Institute in New York. Er ist unter anderem Herausgeber der Anthologien Algorithms of Capital (2014) und Alleys of Your Mind: Augmented Intelligence and its Traumas (2015).

Ruben Pater
schreibt unter dem Titel Untold Stories visuelle Narrative über geopolitische Sachverhalte. Er initiiert Projekte, bei denen Forschung in visuelle Techniken des Geschichten- erzählens mündet, um mit diesen neuen Beziehungen von Journalismus und Gestaltung ein breites Publikum zu erreichen. Sein Drone Survival Guide (2013) erhielt weltweite Aufmerksamkeit als ein didaktisches Werkzeug gegen militärische Drohnen. Eine Forschungsarbeit zur Krisenkommunikation in Zeiten des Klimawandels  resultierte im First Dutch Flood Manual (2011), und Double Standards (2012) war eine  Installation und Publikation über die Rolle des weltweiten Seehandels in der somalischen Piraterie. Sein erstes Buch The Politics of Design (2016) ist ein globales Handbuch für Gestalter über eine verantwortungsvollere visuelle Kommunikation. Er schloss  sein Studium mit dem Master für Design am Sandberg Institute ab, und lehrt derzeit an der Royal Academy of Art in Den Haag.

Ethel Baraona Pohl
(geb. 1970) ist Kritikerin, Autorin und Kuratorin. Zusammen mit César Reyes Nájera gründete sie dpr-barcelona, eine unabhängige Forschungs- und Verlagsinstitution. Am Architekturdiskurs beteiligen sie sich unter anderem auch als Teil des Redaktionsteams von Quaderns d’arquitectura i urbanisme und als Berater*innen von Archis für deren Magazin Volume. Sie war 2012 als Kuratorin an der Ausstellung Adhocracy sowie am am dritten Think Space Programm zum Thema „Geld“ beteiligt und hat zuletzt 2015 die Ausstellung Adhocracy ATHENS am Onassis Cultural Center kuratiert.

Walter Prigge
(geb. 1946) ist Soziologe und Urbanist, mit Habilitation über Urbanität und Intellektualität im 20. Jahrhundert an der Universität in Frankfurt am Main und war dort auch als Lehrbeauftragter und selbständiger Stadtforscher tätig. Von 1996 bis 2011 setzte er sich als Mitarbeiter der Stiftung Bauhaus Dessau im Rahmen von Veranstaltungen, Ausstellungen und Büchern über Architektur, Stadt und Moderne mit von Themen wie etwa Normierte Baukultur, Modernität und Barbarei oder Peripherie und Schrumpfende Städte auseinander. Bis 2014 war er Senior  Fellow der Stiftung Bauhaus  Dessau.

Stephan Trüby
(geb. 1970) ist Professor für Architektur- und Kulturtheorie an der TU München. Er studierte Architektur an der Architectural Association in London und lehrte an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, war Leiter des Postgraduierten- Studiengangs „Spatial Design“ der Zürcher Hochschule der Künste und Lecturer an der Harvard University. Er war Co-Kurator der Architekturbiennale Venedig 2014 und ist ständiger Mitarbeiter der Zeitschriften ARCH+ und Archithese.

Karin Wilhelm
(geb. 1947) wurde 2001 als Professorin für Geschichte und Theorie der Architektur und Stadt an die Technische Universität in Braunschweig berufen und 2012 emeritiert. Sie promovierte bei Heinrich Klotz in Marburg. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Architektur und Urbanisierungsprozesse des 20. Jahrhunderts, Architektur der Moderne, Bauhaus und Utopien. Sie beschäftigt sich mit Raumstrukturen und Mentalitäts- prägungen im Internationalisierungsdiskurs nach 1945 und der Ideengeschichte stadträumlicher Friedensmodelle.

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CAN THE UNIVERSAL BE SPECIFIC?
Symposium, 12 November 2016, 1:00–9:30 p.m.
Heinrich-Böll-Stiftung e.V., Schumannstraße 8, 10117 Berlin

All presentations will be interpreted simultaneously into English or German.
Limited seating, admission 15 euro, reduced 8 euro, plus booking fee, tickets available at: www.projekt-bauhaus.de

The detailed program can be found here

Programm und Biografien: Download

Since the advent of postmodernism people have been questioning the concept of the “universal.” Today, designers, architects and investors make a point of emphasizing the “site specificity” of their projects—although this is often little more than a rhetorical gesture. Local constructions of identity are fashionable again. This is true in the political sphere as well—increasingly, national and regional special interests are being marshaled against the idea of an international world community, and this in a time when the challenges facing us can only be tackled through global cooperation. Yet the design of universal infrastructure, on the other hand, is determined by multinational corporations and media firms. Actors such as Apple, Microsoft, Google, Facebook, Amazon, Airbnb, and Uber have concentrated on developing overarching platforms that supply universal structural frameworks for a host of different applications, and in doing so have fundamentally altered the global economic system.

With the question, “Can the Universal Be Specific?,” project bauhaus is reengaging with the ideas of universalism and internationalism posited by classical modernism—and critically reexamining their emancipatory potential. At the event, we’ll present different positions from the fields of political anthropology, sociology, cultural studies, art, architecture, and design, exploring the space for negotiation that lies between the universal and the specific—and in this tension, unearthing contemporary approaches to design.

With Aristide Antonas, Anne-Julchen Bernhardt / BeL Sozietät für Architektur, Christian Benimana / MASS Design Group, Sabine Drewes, Jesko Fezer, Hans Peter Hahn, Christian Hiller, Ina Kerner, Anh-Linh Ngo, Marion von Osten, Philipp Oswalt, Matteo Pasquinelli, Ruben Pater, Ethel Baraona Pohl, Walter Prigge, Stephan Trüby, and Karin Wilhelm. Please find detailed informations on their background here

An event organized by project bauhaus and the ARCH+ Verein zur Förderung des Architektur- und Stadtdiskurses e.V. in cooperation with the Heinrich-Böll-Foundation. Funded by the bpb (Federal Agency for Civic Education) with support from the ifa (Institute for Foreign Cultural Relations)

Further informations on the question 2016, and booking at project bauhaus

 

PROGRAM

13:00 Why Universalism?

Welcome: Sabine Drewes, Heinrich-Böll-Stiftung
Introduction: Anh-Linh Ngo, Christian Hiller, Philipp Oswalt, project bauhaus 

13:30 Conflicts of Universalism

The concept of universalism—a core idea behind the Enlightenment and classical modernism, and by extension the Bauhaus as well—has undergone a crisis since the 1970s. Postcolonial discourse came to challenge whether the Western-inflicted notion of universalism was truly universal. Yet before the backdrop of contemporary urban marginalization and the resurgence of nationalist movements, the idea of universalism becomes relevant once again. Is universalism actually desirable? In everyday life, can the opposition between the universal and specific be reconciled and overcome? How can the idea of universalism be developed further?

Universalism: Foundations, Critique, Appropriation
Ina Kerner, political scientist, Humboldt-Universität Berlin 

Everyday Wisdom. Dreams of a Good Life
Karin Wilhelm, architectural theorist and historian, Berlin 

Right to the City
Walter Prigge, urban sociologist, Leipzig

Moderator
Philipp Oswalt, architect, curator, and writer, Universität Kassel

 

15:15 Break

 

15:45 Architecture of the Universal

In the wake of World War II, architectural modernism spread across the globe. Universal design principles migrated to a host of different countries, adapted in each case—in different forms and with different dynamics—to the local construction methods, available resources, and specific needs. How are the universal and specific inscribed into architecture? How can the zones of conflict between these two poles be negotiated and harnessed in a positive way?

Who Builds?
Marion von Osten, artist, author, and curator, Berlin

Loaded
Anne-Julchen Bernhardt, architect, BeL Sozietät für Architektur, Cologne

The African Design Center
Christian Benimana, architect, MASS program director, Rwanda

Moderator
Stephan Trüby, architect and curator, Technical University Munich

 

17:30 Break

 

18:00 Universal Products

The design principles developed by the Bauhaus and classical modernism are founded on rationalization, standardization, and norms, making it possible to mass produce consumer goods. With minimal adjustments to the PR and marketing strategies, these goods can be sold across the world. Yet in contrast to the original ambitions of the designers, these universal objects are often appropriated in specific ways in local contexts. Can objects become specific in being used?

The Politics of Design
Ruben Pater, designer, Amsterdam

Appropriation, Hybridization, Bricolage: Improvisation as Aesthetic Practice
Hans Peter Hahn, anthropologist, Goethe Universität, Frankfurt am Main 

The Consequences of Withdrawal
Aristide Antonas, architect and author, Athens 

Moderator: Ethel Baraona Pohl, critic, author, and curator, Barcelona

 

19:45 Break

 

20:15 Algorithmic Universalism

Universalism today is flourishing in the digital realm. The world is being measured, evaluated, and computed in binary code. Governments, multinational corporations, and online platforms regulate the stream of data and available courses of action. In the face of this “platform capitalism” with its algorithmic power structures, what are possible approaches to design?

On the Genesis of Western Computational Norms
Matteo Pasquinelli, philosopher, Hochschule für Gestaltung Karlsruhe

 

20:45 Discussion

With Ruben Pater, Matteo Pasquinelli, Karin Wilhelm

Moderators: Ethel Baraona Pohl, Jesko Fezer, designer and author, HFBK Hamburg

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PARTICIPANTS

Aristide Antonas
works in the fields of philosophy, art, literature, and architecture, and his publications range from literature and theater scripts to essays. His work has been featured at the Istanbul Design Biennial, the Venice and São Paulo Architecture Biennales, Display Prague, the New Museum in New York, Basel’s Swiss Architecture Museum, and at the Vorarlberger Architektur Institut in Austria. In 2015 he won the ArchMarathon prize. He has also been nominated for the Mies Van der Rohe Award (2009) and the Iakοv Chernikov Prize (2011). Currently he directs the Master’s Program on Architectural Design at the University of Thessaly, Greece. He has been a visiting tutor at The Bartlett, UCL, and a visiting professor of literature at FU Berlin.

BeL
was founded in 2000 by Anne-Julchen Bernhardt (born in 1971) and Jörg Leeser (born in 1967). Its work has been recognized with major prizes like the Kunstpreis Baukunst (Art Award in Architecture) given by the Akademie der Künste Berlin. In 2016, before the backdrop of the current housing crisis, BeL will be expanding their self-build system “Grundbau und Siedler” to a city scale. The system was presented in their contribution to the 2016 Venice Architecture Biennale, titled Neubau. Bernhardt is a professor of building design at the RWTH Aachen, while Leeser teaches at the Peter Behrens School of Arts in Dusseldorf.

Christian Benimana
holds a bachelor’s degree from the School of Architecture and Urban Planning (CAUP) of Tongji University and worked with LongiLat Architecture and Research in Shanghai prior to joining MASS in 2010, where he was a Global Health Corps fellow in 2011. He currently heads the implementation of the African Design Centre, a field-based apprenticeship to train top design talent on the continent in impact-based methods, in addition to being chairman of the Education Board of the East African Institute of Architects. Benimana has been involved with design/build projects, development initiatives, and operational and administration leadership. He has also taught at the architecture department of the former Kigali Institute of Science and Technology (KIST).

Sabine Drewes
has served as consultant for municipal policy and urban development and she is Head of Local Politics and Urban Development at the Heinrich-Böll-Stiftung since 2007. She studied political science at Freie Universität Berlin. From 2002 to 2006, she was the editor of Kommunalpolitische Infothek. Prior to that, she was a publicity consultant for the Grüne/Alternative coalition in councils in North Rhine-Westphalia (GAR-NRW) and was a voluntary worker for the Grüne party councils in Düsseldorf and Dortmund (including a stint as “expert citizen” in the city of Dortmund’s Foreign Residents Committee). From 1994 to 1997 she worked as a freelance journalist in Berlin (where her bylines included Zitty, DeutschlandRadio, Deutsche Welle Fernsehen, and the Canadian Broadcasting Corporation).

Jesko Fezer
designer and author, is Professor for Experimental Design at the Hochschule für bildende Künste Hamburg. He carries out architectural projects in co-operation with ifau, is co-founder of the bookstore Pro qm, and is part of the exhibition design studio Kooperative für Darstellungspolitik.

Hans Peter Hahn
is a professor of anthropology at Goethe-Universität in Frankfurt am Main. His work focuses on material culture, consumption, and migration. In addition to cooperative projects with international museums, he conducts research on consumer goods and mobile phones in West Africa. His publications range from essays on economic issues to essays about bicycles, plastic sandals, mobile phones, and other everyday goods. He wrote the book Materielle Kultur: Eine Einführung (2005) and co-edited the Handbuch Materielle Kultur (2014). He is spokesman for the DFG research training group “Wert und Äquivalent” (GRK 1576) and is a member of the academic advisory council for the Humboldt-Forum in Berlin.

Christian Hiller
is a media scholar, curator, and writer. In addition to his work for the Haus der Kulturen der Welt (2014–2016), the Bauhaus Dessau Foundation (2009–2014), and the Hochschule für bildende Kunst Hamburg (2010–2013), he has headed exhibition projects shown in venues like MMCA Seoul, HOK Oslo, MNBA Santiago de Chile, SESC São Paulo, and the Venice Architecture Biennale. He researches and publishes about urbanism, architecture, design, art, performance, film, media, and their societal intersections.

Ina Kerner
is a political scientist who focuses on political theory and an associate member of the Center for Transdisciplinary Gender Studies at Humboldt Universität (HU) in Berlin. From 2009 to 2016, she was a junior professor of diversity politics at the HU, while also conducting fellowships and guest professorships at the University of the Western Cape in Cape Town, the Research Network on Interdependent Inequalities in Latin America desiguALdades.net at the Freie Universität Berlin, Goldsmiths University College of London, the Universidade de Brasília, and the Quaid-i-Azam University in Islamabad.

Anh-Linh Ngo
architect, author, and co-editor of ARCH+. His work focuses on generating critical awareness of the history of the discipline and an understanding for the socio-political meaning of architecture and the city. In 2015 he co-founded the international initiative projekt bauhaus; since 2010 he has been co-curator of the touring exhibition Post-Oil City. In 2010 he also became a member of the Advisory Board of the German Institute for Foreign Relations; in the same year he initiated the discourse platform ARCH+ features. In 2006/7 he directed ARCH+’s contribution to the magazine project of Documenta 12.

Marion von Osten
(born in 1963) focuses on cultural production in postcolonial societies, technologies of the self, and the governance of mobility through her activities as a curator, researcher, and publisher of books and catalogues. She is currently curating the exhibition Migrant Bauhaus, which will be on world tour from 2017 to 2019. Between 2006 and 2012, she held a professorship at the Academy of Fine Arts Vienna, and was Professor for Artistic Practice at HGK Zurich from 1999 to 2006. She is a founding member of the Center for Post-Colonial Knowledge and Culture, Berlin, and Labor k3000 Zurich.

Philipp Oswalt
(born in 1964) is an architect, writer, and professor of architecture theory and design at the University of Kassel, as well as an associated investigator at the Humboldt- Universität Berlin. He works as an editor of ARCH+ and an architect for OMA in Rotterdam. He was the lead curator of the project Shrinking Cities for the Kulturstiftung des Bundes (German Federal Cultural Foundation), and is the co-founder of Urban Catalyst and Volkspalast 2004. From 2009 to 2014, he was director of the Bauhaus Dessau Foundation.

Matteo Pasquinelli
(born 1974) is a philosopher whose work occupies the intersection of political philosophy, media theory, and cognitive sciences. He teaches as visiting professor in media theory at the University of Arts and Design, Karlsruhe. He has previously taught at the Pratt Institute in New York. The works he has edited include the anthologies Alleys of Your Mind: Augmented Intelligence and its Traumas (2015) and Algorithms of Capital (2014).

Ruben Pater
creates visual narratives about geopolitical issues under the name Untold Stories. He initiates projects that involve investigative research, followed by visual storytelling techniques aimed at a wide audience, creating new relations between journalism and design. His work Drone Survival Guide (2013) received worldwide attention as an educational and activist tool against military drones. Research into disaster communication in times of climate change resulted in the First Dutch Flood Manual (2011). Double Standards (2012) was an installation and publication about the role of global maritime trade in Somali piracy. His first book, The Politics of Design (2016), is global guide for designers toward more responsible visual communication. He received an MA in design from the Sandberg Institute and currently teaches at the Royal Academy of Art in The Hague.

Ethel Baraona Pohl
(born 1970) is a critic, writer, and curator. She is co-founder, with César Reyes Nájera, of dpr-barcelona, an architectural research practice and independent publishing house. Their research and theoretical work has ties with leading publications in architectural discourse, including their work on the editorial team of Quaderns d’arquitectura  i urbanisme, and as Archis advisors for Volume magazine, among others. She was associate curator for the exhibition Adhocracy, in 2012, co-curator of the third Think Space program with the theme “Money,” and recently curated the exhibition Adhocracy ATHENS at the Onassis Cultural Center in 2015.

Walter Prigge
(born in 1946) is a sociologist and urbanist. He wrote his habilitation on urbanism and intellectual movements in the twentieth century at the Universität in Frankfurt am Main, and worked there as a lecturer and independent urban researcher. From 1996 to 2011, he worked with the Bauhaus Dessau Foundation on events, exhibitions, and books on architecture, the city, and modernism. These activities and publications covered topics like standardization in the built culture, modernity and the savage, and the periphery and shrinking cities. He became a senior fellow at the Bauhaus Dessau Foundation in 2014.

Stephan Trüby
(born 1970) is a professor of architecture and cultural theory at the Technical University of Munich. He studied architecture at the Architectural Association in London. His most significant academic posts include: visiting professorship in Architecture at the Karlsruhe College of Arts and Design (2007–2009), director of the post-graduate program “Spatial Design” at the Zurich University of Arts (2009–2014), and lecturer at the Graduate School of Design at Harvard University (2012–2014). He was a co-curator of the 2014 Biennale of Architecture in Venice and is a regular contributor to ARCH+ and Archithese.

Karin Wilhelm
(born in 1947) is professor emerita from Technische Universität Braunschweig since 2012, where she was appointed a professor of urbanism and architectural history and theory in 2001. She received her PhD under Heinrich Klotz in Marburg. Her research is dedicated to twentieth-century architecture and urbanization processes, modern architecture, the Bauhaus, and utopias. She focuses on spatial structures and mindset formation in the postwar discourse of internationalization, and on the intellectual history of urban peace models.

Abb.: Mike Meiré, Dilettant, 2014 © Mike Meiré Mike Meiré, Dilettant, 2014 © Mike Meiré
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