Veranstaltungsreihe: What does it mean: RECYCLING?

Geschrieben am 16.03.2017
Kategorie(n): ARCH+ news, Deutscher Werkbund Berlin, Vortrag, Vortragsreihe

17. März 2017, 19 Uhr, Werkbund Galerie Berlin
Vortrag „tiny is beautiful“ von Van Bo Le-Mentzel

über unentdecktes architektonisches Potential
in der tiny-house- Bewegung
Begrüßung Karin Wilhelm, Werkbund Berlin

Der seit 1979 in Deutschland lebende Architekt, Designer und u.a. als Gastprofessor an der Hamburger Hochschule der Künste lehrende Van Bo Le-Mentzel hat seit geraumer Zeit durch das Konzept des „tiny house“ Furore gemacht. Vor dem Hintergrund einer erneuten, nachhaltigkeitsorientierten Konsumkritik („Konstruieren statt Konsumieren“) hat er in den vergangenen Jahren Strategien zur Selbsthilfe im Bereich des Wohnens und Arbeitens entwickelt. In diesem Kontext sind seine Projekte zum „Miniaturhaus“ und zur 21 qm umfassenden „Hartz IV-Wohnung“ entstanden, für die er entsprechende Möblierungen entwickelt hat. Viele dieser Projekte sind im Rahmen des crowd-funding finanziell vorbereitet worden und wurden entweder durch findige netzorientierte mediale Strategien publiziert oder in Vor-Ort-Ausstellungen der Öffentlichkeit bekannt gemacht. Van Bo Le-Mentzel hat mit diesen Projekten große Resonanz erzeugt und vor allem einen großen Elan zum „Mit- und Selbermachen“ unter jungen Menschen anregen können.

Auf der Basis dieser Arbeiten ist Van Bo Le-Mentzel im vergangenen Jahr zum Laudator des alle drei Jahre an der Universität Salzburg vergebenen Leopold-Kohr- Preises (10.000Euro) an den Ökonomen Niko Paech (Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg) ausgewählt worden und hat hier seine Arbeit in den Kontext der von Paech entwickelten Postwachstumsökonomie gestellt. Damit trifft Paechs theoretischer Ansatz auf eben jene Lebenstilkonzeption einer ressourcenorientierten Konsumkritik, die Van Bo Le-Mentzel inzwischen auch in der „tiny-house-university“ im Umfeld des Berliner „Bauhaus-Campus“ entwickelt.

Mit diesen Aktionen werden offenbar Ansätze neu gedacht, die mit den Vorschlägen eines Lebensraumes für das „Existenzminimum“ in den 1920er Jahren schon einmal virulent waren. Auch deshalb wird der Vortrag von einer an den Vortrag anschließenden Diskussionsrunde mit Philipp Oswalt (ehemals Bauhausdirektor Dessau/Universität Kassel) und Christoph Fleckenstein (IONDESIGN, Werkbund- und IDZ-Mitglied) begleitet.

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