Zwei Deutsche Architekturen 1949–1989

Geschrieben am 18.11.2017
Kategorie(n): ARCH+ news, Ausstellung, ifa, Berlin, Architekturgeschichte

Ausstellung des ifa
29. November 2017 bis 6. Januar 2018
(geschlossen vom 23. Dezember bis zum 2. Januar)
Dienstag bis Freitag 14–20 Uhr, Samstag 12–18 Uhr
Fakultätsforum im Architekturgebäude Ernst-Reuter-Platz

Eröffnung am Dienstag, 28. November 2017, 19 Uhr
Es sprechen:
Prof. Dr. Christian Thomsen, Präsident der TU Berlin
Dr. Eva-Maria Barkhofen, Vorsitzende der Förderation deutschsprachiger Architektursammlungen
Nina Bingel, Institut für Auslandsbeziehungen
Prof. Simone Hain, Kuratorin
Prof. Hartmut Frank, Kurator

Nach 13 Jahren Tournee durch 26 Städte weltweit findet die Ausstellung Zwei Deutsche Architekturen 1949–1989 an der Technischen Universität Berlin ihren Abschluss. Sie wirft einen Blick auf die Entwicklung des Bauens in den beiden deutschen Staaten zwischen 1949 und 1989.

Im Fokus stehen nicht die politischen und ideologischen Intentionen der Bauherren, sondern die architektonische Qualität der vorgestellten Bauwerke. Eine eindeutige Gegenüberstellung von Ost und West wird durchgängig vermieden. Die Offenlegung weitgehend unbekannten Materials aus Archiven beider deutscher Staaten soll zum Vergleich und zur Diskussion anregen.

Die Darstellung der architektonischen Vorgeschichte kann gerade in Berlin dazu anregen, aktuelle baukulturelle Auseinandersetzungen in der zusammengewachsenen Stadt aus neuen Blickwinkeln zu sehen. Im Fokus der Ausstellung stehen nicht die politischen und ideologischen Intentionen der Bauherren, sondern die architektonische Qualität der vorgestellten Bauwerke. Eine eindeutige Gegenüberstellung von Ost und West wird durchgängig vermieden. Die Offenlegung weitgehend unbekannten Materials aus Archiven beider deutscher Staaten soll zum Vergleich und zur Diskussion anregen.

In die Ausstellung fließen die Ergebnisse einer mehrjährigen Forschungsarbeit am Fachbereich Architektur der Hochschule für bildende Künste Hamburg ein, an der sich neben den Kuratoren Simone Hain und Hartmut Frank auch zahlreiche Studenten mit ihren Arbeiten und Modellen beteiligt haben.

Eine solche Zusammenschau wird dadurch möglich, dass hier nicht wie üblicherweise die Unterschiede der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als Ausgangspunkt genommen werden, sondern Debatten und Auseinandersetzungen, die – von wenigen Ausnahmen abgesehen – zeitgleich innerhalb der Architektenschaft auf beiden Seiten der Mauer und in den europäischen Nachbarländern geführt wurden. Zehn solcher Diskurse, u.a. über Fragen des Wohnens, des Gedenkens, der Stadterneuerung, über das Verhältnis von Tradition zu Innovation und über die gestalterische Auswirkung neuer Bautechnologien werden anhand von Bauten und Projekten vorgestellt. Sie bilden das Rückgrat der Ausstellung, zu deren Gunsten auf eine chronologische »Zeitschiene« oder gar eine strikte Ost-West-Gliederung verzichtet wurde.

Den Diskursen sind gebaute Architekturen gegenübergestellt, von denen etwa ein Drittel aus der DDR und zwei Drittel aus der Bundesrepublik stammen. Diese exemplarischen Bauaufgaben, z.B. Schulen, Wohnungsbau, Kirchen und Synagogen, Theater, Industrieanlagen, Sporteinrichtungen sind in den Themengruppen Staat, Kultur und Glauben, Wohnen und Freizeit, Bildung und Ausbildung, sowie Wirtschaft und Verkehr zusammengefasst. Innerhalb der Bauaufgaben sind die ausgewählten Architekturbeispiele zwar zeitlich, nicht aber nach Ost und West geordnet. So bleibt es dem Besucher überlassen, anhand der Legenden eine politisch-geographische Zuordnung vorzunehmen.

Der historische Gesamtrahmen von 1949 bis 1989 wird durch Bild und Text eines Prologs und eines Epilogs gesteckt und damit die 40-jährige Doppelexistenz Deutschlands in Erinnerung gerufen. Die Ausstellung selbst konzentriert sich auf die Architektur. Die Frage nach den Auswirkungen der in beiden Staaten sehr unterschiedlichen gesellschaftlichen Bedingungen und der zugespitzten Systemkonkurrenz auf das Planen und Bauen insgesamt und auf die Ausdrucksformen der Architektur bleibt auf diese Weise offen und allgemein präsent.

Die Ausstellung wurde seit ihrer Produktion 2004 weltweit in 26 Städten – u.a. in Athen, Bandung, Buenos Aires, Brüssel, Canberra, Hamburg, Istanbul, Madrid, Peking, Shanghai, Singapur und Vilnius – gezeigt. Sie ist 2015 zudem von der international besetzten Fachjury der Architekturbiennale Buenos Aires zur besten Einzelausstellung gekürt worden. Nach der Präsentation in Berlin steht die Ausstellung den Kulturinstitutionen in Deutschland als Dauerleihgabe zur Verfügung.

Zwei Deutsche Architekturen 1949–1989 ist eine Ausstellung des ifa (Instituts für Auslandsbeziehungen) in Kooperation mit der Föderation deutscher Architektursammlungen. Sie wird in Berlin in Kooperation mit dem Institut für Architektur und dem Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin präsentiert.

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