ARCH+ features 75: Performing Architecture. The Property Issue

Geschrieben am 30.04.2018
Kategorie(n): ARCH+ news, ARCH+ features, Bodenfrage, Venedig

Mit Marco Baravalle, Arno Brandlhuber, Roberta Da Soller, Monika Gintersdorfer, Florian Hertweck, Knut Klaßen, Anh-Linh Ngo, Andrea Rumpf sowie Richard Siegal und Franck Edmond Yao alias Gadoukou la Star

25. Mai 2018, 16 Uhr
S.a.L.E. Docks, Venedig

Anlässlich der Preview der Architekturbiennale in Venedig laden ARCH+ und das Goethe-Institut zu einem besonderen ARCH+ features mit Tanzperformance ein.

Die Kuratorinnen der 16. Architekturbiennale Venedig, Yvonne Farrell und Shelley McNamara, haben das Motto Freespace gewählt. „Freespace“, so die beiden Architektinnen, sei „a space for opportunity, a democratic space, un-programmed and free for uses not yet conceived.“ Mit der fortschreitenden Privatisierung und Kommerzialisierung des öffentlichen Raums schrumpft dieser Freiraum jedoch zusehends. Zwar rufen die Kuratorinnen dazu auf, die Freiräume architektonisch zurückzuerobern. Doch ohne öffentliche Kontrolle über Grund und Boden wird es letzten Endes keine öffentlichen Räume, keine Freespaces geben.

Die Frage „Wem gehört der Boden?“ ist für alle Gesellschaften zentral, weil die Ressource Raum genauso lebensnotwendig ist wie Luft und Wasser. Und doch wird die Bodenfrage von Architekt_innen selten explizit behandelt. Ausgehend von der ARCH+ Ausgabe The Property Issue diskutieren Arno Brandlhuber und Anh-Linh Ngo die Bodenfrage mit Florian Hertweck und Andrea Rumpf, Kurator_innen des Luxemburger Pavilions zur 16. Architekturbiennale, Roberta Da Soller und Marco Baravalle, Aktivist_innen von S.a.L.E. Docks, sowie den Choreograf_innen Monika Gintersdorfer und Knut Klaßen, die mit ihrem Stück Logobi 05, aufgeführt von Richard Siegal und Franck Edmond Yao alias Gadoukou la Star, die Bodenfrage performativ interpretieren. Das ARCH+ features findet in Kooperation mit der Reihe Performing Architecture des Goethe-Instituts statt.

 

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Marco Baravalle ist Wissenschaftler, Kurator und Theoretiker. Er ist Teil des kuratorischen Teams von S.a.L.E. Docks, einem 2007 gegründeten unabhängigen Raum für Kunst, Aktivismus und Experimentelles Theater in einem aufgelassenen Salzlager in Dorsoduro, Venedig. Außerdem ist er Mitglied der Organisation Comitato No Grandi Navi, die die Proteste gegen Kreuzfahrtschiffe in Venedig anführt. In seiner Forschungsarbeit beschäftigt er sich mit dem Verhältnis von Kunst, Ökonomie und städtischen Raum, sowie mit Kunst und Aktivismus.

Arno Brandlhuber ist Architekt und Stadtplaner und führt seit 2006 Brandlhuber+ in Berlin. Seine Arbeit umfasst Architektur- und Forschungsprojekte, Ausstellungen und Publikationen sowie politische Interventionen. Im Rahmen seiner Beschäftigung mit Aspekten der Legislative in der Architektur- und Stadtproduktion entstanden gemeinsam mit dem Künstler und Filmregisseur Christopher Roth die Filme Legislating Architecture (2016) und The Property Drama (2017). Seit 2017 ist Brandlhuber Professor für Entwurf und Architektur an der ETH Zürich.

Roberta Da Soller ist Schauspielerin und Aktivistin und seit 2008 im kuratorischen Team von S.a.L.E. Docks.

Gintersdorfer/Klaßen ist eine deutsch-ivorisch-transnationale Theater und Performance-Gruppe, die 2005 von der Theaterregisseurin Monika Gintersdorfer und dem bildenden Künstler Knut Klaßen gegründet wurde. Ihre Arbeit war unter anderem auf Kampnagel in Hamburg, am Theater Bremen, beim Festival D'Avignon, beim Festival Connexion Kin, Kinshasa, beim Festival Tokio und bei den Skulptur Projekten Münster 2017 zu sehen.

Florian Hertweck ist freier Architekt (Studio Hertweck) und Direktor des Masterstudiengangs Architecture, European Urbanisation, Globalisation an der Universität Luxemburg. Er kuratiert 2018 gemeinsam mit Andrea Rumpf den Luxemburger Pavillon der Architekturbiennale in Venedig. 

Anh-Linh Ngo ist Architekt, Autor und Mitherausgeber von ARCH+. Er ist Mitbegründer der internationalen Initiative projekt bauhaus, die sich von 2015–19 mit Symposien, Workshops, Pop-up-Ausstellungen und einer Performance kritisch mit den Ideen des Bauhaus auseinandersetzt. Er war Mitglied des Kunstbeirats des ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) (2010–16), für das er 2009 die Wanderausstellung Post-Oil City entwickelte. 2018 hat die von ihm mitinitiierte und -kuratierte ifa-Ausstellung An Atlas of Commoning: Orte des Gemeinschaffens in Berlin Premiere und wird anschließend für 10 Jahre weltweit touren.

Andrea Rumpf ist Leiterin des LUCA Luxembourg Center for Architecture und kuratiert gemeinsam mit Florian Hertweck 2018 den Luxemburger Pavillon der Architekturbienale in Venedig.

 

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 Goethe Institut ifa Institut fuer Auslandsbeziehungen   S.a.L.E. Docks

 

ARCH+ features 75: Performing Architecture. The Property Issue Abbildung: Anina Brisolla, prospect_007 (barnard's star), 2017 (Detail)
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