Atmosphären in der Landschaftsarchitektur

Geschrieben am 24.04.2012
Kategorie(n): ARCH+ news, Symposium, Landschaftsarchitektur, Berlin, IGA Berlin

Tagung der Technischen Universität Berlin, Fachgebiet Objektplanung / Entwerfen Prof.
Weidinger in Kooperation mit der IGA Berlin 2017 GmbH vom 10. bis 12. Mai 2012.
"Atmosphären entwerfen – Das Atmosphärische in der Landschaftsarchitektur",
10. und 11. Mai 2012, 9.00 – 18.00 Uhr,
Technische Universität Berlin, Straße des 17. Juni 145, 10623 Berlin

Unter der Leitung von Prof. Jürgen Weidinger, Technische Universität Berlin, diskutieren Entwerferpersönlichkeiten aus der Landschaftsarchitektur mit Theoretikern über Themen wie Atmosphärentheorie, Atmosphärewahrnehmung, Atmosphären in landschaftsarchitektonischen Projekten und Stadträumen. Die Veranstaltung beginnt mit einem Abendvortrag um 18:00 h der amerikanischen Landschaftsarchitektin Kathryn Gustafson am 10. Mai und setzt sich am 11. Mai ab 9:00 h mit Vorträgen aus verschiedenen Disziplinen fort.

Landschaftsarchitektur, wie alle anderen angewandten Künste, setzt Funktionen und Ansprüche durch die Einbettung in ästhetische Qualitäten um. Atmosphären werden in besonderer Weise im Raum und durch die Bewegung im Raum wirksam. Da wir uns den Atmosphären kaum entziehen können, ist das Phänomen der Atmosphäre gut geeignet ästhetische Qualitäten in der Landschaftsarchitektur zu diskutieren und systematisch zu untersuchen.

Trotz der Wirkmächtigkeit der Atmosphären ist der aktuelle gesellschaftliche und akademische Diskurs über Landschaftsarchitektur in weiten Teilen durch Themen sektoraler Hilfsdisziplinen dominiert. Die Dominanz von Sozialtechnik, Ökologie und Management erklärt sich durch die einfache Nachvollziehbarkeit quantitativ bestimmbarer Ziele nach einem Messvorgang. Da keine Messmethoden für die Qualität landschaftsarchitektonischer Atmosphären existieren, oder noch nicht existieren, wird die Rolle der Atmosphäre im Rahmen der Bewertung im Wettbewerbsverfahren und im weiteren Planungsprozess häufig verdrängt oder ignoriert. Da gestaltete Räume und auch Plandarstellungen immer atmosphärische Wirkungen auslösen, ist es notwendig sich mit diesem Phänomen zu beschäftigen und geeignete Modelle und Kriterien in den Diskurs der Landschaftsarchitektur einzuführen.

Die Tagung zielt darauf ab das beschriebene Defizit zu beheben. Landschaftsarchitekten stellen individuelle Ansätze und Verfahren für den Entwurf atmosphärischer Freiräume vor. Vertreter geisteswissenschaftlicher Disziplinen stellen aktuelle Forschungen zur Atmosphäre zur Diskussion. Ergebnisse der Tagung sollen dazu beitragen, im Diskurs über Landschaftsarchitektur, die notwendige Balance zwischen ästhetischer Qualität und funktionalen Zielen wieder herzustellen.

Programm

Donnerstag, 10.05.2012

18:00 Uhr, TU Berlin Architekturgebäude Raum A151
Begrüßung Christoph Schmidt, Geschäftsführer Grün Berlin
Abendvortrag von Kathryn Gustafson, Landschaftsarchitektin, London/Seattle

Freitag, 11.05.2012

9.00 - 18.00 Uhr, TU Berlin Erweiterungsbau Raum EB 301
Öffentliche Tagung, gebührenfrei

09:00 Uhr Prof. Jürgen Weidinger Landschaftsarchitektur, TU Berlin

09:30 Uhr Prof. Michael Hauskeller Philosophie, University of Exeter

10:15 Uhr Dr. Burkhard Meyer-Sickendiek Literaturwissenschaft, FU Berlin

11:15 Uhr AW Faust Landschaftsarchitektur, Berlin

13:00 Uhr Prof. Rainer Schönhammer Psychologie, Kunsthochschule Halle

13:45 Uhr Dr. Sabine Schouten Theaterwissenschaften, Berlin

14:45 Uhr Prof. Stig L. Andersson Landschaftsarchitektur, University of Copenhagen

16:00 Uhr Podiumsdiskussion

 

Atmosphären PRODUZIEREN - Künstlerische Haltungen für die IGA Berlin 2017?
Zeit: 12. Mai 2012, 12.00 – 18.00 Uhr
Ort: Berliner Tagesspiegel, Askanischer Platz 3, 10963 Berlin

Mit der Veranstaltung „Atmosphären PRODUZIEREN - Künstlerische Haltungen für die IGA 2017?“ als Teil der Tagung „Atmosphären in der Landschaftsarchitektur“ möchte die IGA Berlin 2017 GmbH den Start für eine Veranstaltungsreihe zu unterschiedlichen Themen geben, die den beginnenden Planungs- und Vorbereitungsprozess der IGA begleiten soll. Die Veranstaltungsreihe wird das programmatische Konzept der IGA aufnehmen. Dieses steht auf drei Säulen: Die Gartenausstellung, Die Freiraumausstellung, Die Stadtausstellung. Die Veranstaltung „Atmosphären PRODUZIEREN“ stellt an Kunst, Kultur und Gesellschaft die Frage nach dem Wesen und der Erzeugung von Atmosphären als mögliche Anregung für den IGA-Prozess. Es konnten u.a. der Philosoph Gernot Böhme, die Künstlerinnen Beate Gütschow und Marjetica Potrč sowie die Gesch.ftsführende Gesellschafterin der Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis, Dr. Christa Müller als Referenten gewonnen werden.

Anmeldungen sind bis zum 4.Mai 2012 unter veranstaltungen@iga-berlin-2017.de möglich.

Programm

Samstag, 12.05.2012

12:00 Uhr Begrüßung

12:10 Uhr Atmosphäre – theoretische Grundlagen
Prof. Dr. Gernot Böhme, Philosoph

12:40 Uhr IGA Berlin 2017
Katharina Langsch I Christoph Schmidt
, Gesch.ftsführer IGA Berlin 2017 GmbH

13:00 Uhr Garten – romantische Ästhetik
Eelco Hooftman
, GROSS.MAX.
Beate Gütschow, Künstlerin

14:00 Uhr Kaffeepause

14:30 Uhr Freiraum – politische Teilhabe und Partizipation
Dr. Christa Müller
, Stiftergemeinschaft anstiftung & ertomis
Prof. Marjetica Potrč, Künstlerin
Daniel Wetzel, Rimini Protokoll

16:00 Uhr Stadt – grüne Dichte
Sam Auinger
, Soundartist
Prof. Ingo Vetter, Künstler

17:00 Uhr Kaffeepause

17:15 Uhr Atmosphären PRODUZIEREN - Künstlerische Haltungen für die IGA Berlin 2017?
Abschlussrunde mit Prof. Dr. Friedrich von Borries, Katharina Langsch, Christoph Schmidt

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