Post-Oil City in Stuttgart

Pressetermin: 28.1.2010, 11 Uhr
Eröffnung: 28.1.2010, 19 Uhr
Laufzeit: 29.1.-20.3.2010
Ort: ifa-Galerie Stuttgart
Charlottenplatz 17, 70173 Stuttgart

 


Ein Heft und eine Ausstellung über die Geschichte der Zukunft der Stadt? Klingt vermessen. Wir meinen jedoch, dass es sich lohnt, auf dem Weg in die Zukunft einen Umweg zu machen. Wir behaupten, dass viele der zeitgenössischen Zukunftsszenarien für die nachfossile Stadt in den Utopien der Moderne angelegt sind. Und wir glauben: Visionen sind Optionen für die Zukunft. Aber Visionen sind auch Optionen auf die Zukunft.

Die beiden Bedeutungsebenen des Begriffs Option, einerseits als Wahlmöglichkeit und andererseits als Zugriffsrecht auf etwas Zukünftiges, stecken die Bandbreite der Argumentation des Heftes ab. Angesichts des grundlegenden Wandels, der mit der drohenden Klimakatastrophe der Menschheit ins Haus steht, und der Unfähigkeit der Politik bei der Findung von Lösungen mitzuwirken (siehe das spektakuläre Scheitern der Klimakonferenz in Kopenhagen), ist ein Denken in Alternativen wichtiger als je zuvor. Alternativen im Sinne von Möglichkeitsräumen, von Imagination, von Was-wäre-wenn-Fragen, nicht im Sinne einer reduktionistischen Entweder-oder-Entscheidung nach dem Motto: entweder wir halten die Zwei-Grad-Grenze ein oder alles ist verloren. Schließlich erinnert Mike Davis im Heft daran, dass der Klimawandel die soziale Frage der Zukunft ist und wir angesichts dessen ein „Gebot zur Utopie“ haben. Denn das Heft heißt zwar „Post-Oil City“, aber nicht nur die Zukunft der Stadt, sondern die des Planeten steht auf dem Spiel.

The english catalog accompanying the exhibition "Post-Oil City"—120 pages with an extensive collection of images, essays, and project presentations—is available here: "Post-Oil City – The History of the City's Future"


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Mit freundlicher Unsterstützung von

 

Pressestimmen zu Post-Oil City

Am 20.3.2010 ging mit der langen Nacht der Museen die erste Station der Ausstellung "Post-Oil City" in der ifa-Galerie zu Ende. Die begleitende Ausstellung zum aktuellen ARCH+ Heft "Post-Oil City" hat ein breites Medienecho ausgelöst (siehe Auswahl unten) und innerhalb von sieben Wochen Laufzeit 10.300 Besucher angezogen.
 

Zitty, 05.05.2010: "Die Schau über Städte in der Ära nach dem Öl ist ein surrender Zeitstrudel: Man sieht die Ideen von gestern und zugleich die Welt von morgen. Und erfährt dabei, dass dies eben keine Konzepte für den Papierkorb waren, sondern dass heute umweltgerechte, nachhaltige Städte und Mobilitätsformen die alten Ideen Wirklichkeit werden lassen. Die Ausstellung, vom Institut für Auslandsbeziehungen mit der Zeitschrift „ARCH+“ verwirklicht, ist so informativ und verständlich wie ein „Was ist Was“-Sachbuch und intellektuell auf der Flughöhe der Klimaforscher am Potsdam-Institut. "

Neues Deutschland, 26.4.2010:
"Wer die Ausstellung über das Leben nach dem Erdöl besuchen will, sollte etwas Zeit mitbringen. Auf zahlreichen Tafeln wurde die Geschichte der Nachhaltigkeit bis weit in die Vergangenheit zurückverfolgt. Vermutlich nicht nur für Laien eine verblüffende Erkenntnis: Bereits nach dem großen Erdbeben von Lissabon im Jahre 1755 begann die systematische Sammlung von Umweltdaten. ... Interessant ist es auch, die Konjunktur der heute wieder favorisierten Stadtgärten in Zeiten wirtschaftlicher Krisen und Verelendung von Teilen der Bevölkerung zurückzuverfolgen."

Bauwelt, 26.02.2010:
"Die Macher der Ausstellung in der Galerie des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa) haben einen Titel gewählt, der zugespitzter und präziser ist als das, was unter den Stichworten "Eco-City" oder "Green City" zur Zeit im Umlauf ist. Die Ausstellungscrew … geht jedenfalls aufs Ganze: Sie nagelt den letzten Tropfen Öl an die Wand und nennt ihr Konzept "Post-Oil City". Was wird aus der Stadt, wenn das Öl weg ist? … Was passiert, wenn die Tanker bloß noch halbgefüllt über die Weltmeere kurven? Die Ausstellung dreht solche Endzeitperspektiven um und verweist darauf, dass Strategien zur Bewältigung bereits in utopischen Projekten der 60er und 70er Jahre vorgedacht wurden. … Dank systematischer Querverweise gelingt der Schau ein Spagat: In der Gegenüberstellung von alten "gescheiterten" und neuen Projekten werden die möglichen Szenarien erst lesbar gemacht."

Die Zeit, 18.02.2010: "… und falls einem das zu gefährlich ist bei all dem Schlidder-Modder-Schnee, dann kauft man sich Zeitschriften. Oder auch nur eine: die ARCH+, das legendäre Magazin für Architektur und Städtebau. Wer die aktuelle Ausgabe in Händen hält, der denkt nicht mehr ans Wetter, der denkt nur noch: Klima. Und ist erschrocken und ist erstaunt und hört mit dem Lesen nicht wieder auf. … Gewiss, ARCH+ will etwas anderes. Will aktivieren, vor allem zum Denken. Strebt zurück in die Zeit, als das Magazin gegründet wurde, in die sechziger Jahre, und zeigt verblüffend und nicht ganz ohne Rechthaberei, wie viel schon damals von dem entworfen war, was unser Heute gern hätte. Die Zukunft, das zeigt uns ARCH+, liegt in der Vergangenheit, liegt in all den den utopischen Modellen für alternatives Reisen, Bauen und Wohnen, die Architekten wie Yona Friedman, Frei Otto oder Buckminster Fuller frei fantasierend erfanden. … Und wie großartig, dass heute neue Städte wie Masdar in Dubai (Abu Dhabi, d. Red.) von solch freidenkerischen Entwürfen profitieren. Auf diese Weise hängt die Post-Oil-City unserem post-utopischen Zeitalter ein weiteres post an. Soll heißen: Das freie Spinnen hat einen Sinn, die Welt braucht die Zukunftsschwärmer!"

NZZ, 13.2.2010: "Masdar City gehört ebenso wie das vom Schweizer Urbanisten Franz Oswald für die Entwicklung energieautarker Siedlungen in ländlichen Regionen Afrikas entwickelte Lowtech-Modell «New Energy Sustainable Town» (NEST) und die grenzübergreifend vernetzte urbane Struktur «Taiwan-Strait-Inkubator» von Raoul Bunschoten und seinem Londoner Büro Chora zu den neuen Entwürfen und Projekten, die im Januarheft der Zeitschrift «ARCH+» unter dem Titel «Post-Oil City. Die Geschichte der Zukunft der Stadt» in grössere entwicklungsgeschichtliche Zusammenhänge gestellt werden; eine zugehörige Ausstellung haben die Redaktoren für die Galerien des Instituts für Auslandsbeziehungen («ifa») in Stuttgart und Berlin kuratiert." Artikel online lesen

Der Standard: 13.-14.02.2010:
"Post-Oil Cities: Visionen für eine nachfossile Stadtplanung fußen auf utopischen Entwürfen früherer Jahrzehnte" Artikel online lesen

baunetzwoche, 12.02.2010:
"Haben wir an dieser Stelle schon erwähnt, dass uns die nicht mehr ganz so neue Gestaltung der ARCH+ durch Meike Meiré ausgesprochen gut gefällt? Nein? Tut sie aber. Und mit dem Cover zur aktuellen Ausgabe „Post-Oil City“ ist ein Motiv gelungen, dass uns auch als Plakat gut gefallen würde. Inhaltlich war die ARCH+ ja immer schon steinstark. Aber mit dem neuen Layout scheint auch neues Leben in die Zeitschrift gekommen zu sein. Diesmal hat die Redaktion zum Thema auch gleich eine Ausstellung kuratiert, die am 29. Januar in Stuttgart eröffnet wurde. Der Berliner Architekt Thilo Fuchs hat eine raumgreifende, begehbare Zeitungsskulptur geschaffen. Zeitleisten zeigen, wie im Heft, den Zusammenhang zwischen dem Wachstum der Städte und dem Anstieg von Verkehr und Energiebedarf seit dem 19. Jahrhundert. Dazu werden in mehreren Kapiteln Ideen und reale Projekte gezeigt, die sich mit ölfreien Alternativen für Verkehr, Wohnen und Stadt von morgen beschäftigen. Oder von gestern? Die Ausstellung vermeidet es zum Glück, nur die neuesten Entwicklungen … zu zeigen. Stattdessen werden auch die stadtökologischen Aspekte etwa in Ideen von Buckminster Fuller, Frei Otto und F.L. Wright vorgestellt – die allesamt in den Schubladen verschwanden, damals gab es ja noch genügend Öl."

Stuttgarter Amtsblatt, 4.2.2010: "Beeindruckend sind nicht nur die Ideen der Planer… Eindrucksvoll ist auch die Ausstellungstechnik – vom großen Modell der Meerenge zwischen Taiwan und China bis zu den von der Decke abgehängten Tafeln mit ihren superflachen Bildschirmen."

Süddeutsche Zeitung, 3.2.2010:
"Einen guten Ausgangspunkt auf der Suche nach der Zukunftsstadt bietet dabei die Ausstellung „Post-Oil City” in der ifa-Galerie Stuttgart, die später weiter nach Berlin ziehen wird. Denn diese liefert nicht nur mit Zeitleisten zur Stadtentwicklung, dem Verkehr und Energieverbrauch seit Ende des 19. Jahrhunderts die nötigen Eckdaten für das junge, so gefräßige Phänomen Großstadt, sondern zeigt gleichzeitig, wie alt viele Ideen für eine grüne Metropole schon sind... Doch, das macht die Stuttgarter Ausstellung, die in Kooperation mit der Zeitschrift für Architektur und Städtebau ARCH+ entstand, ebenfalls deutlich: Sobald das Öl wieder floss und der wirtschaftliche Ansporn fehlte, verschwanden die innovativen Ansätze sofort wieder in der Schublade, bis das nahe Ende der fossilen Energiequellen und die fatalen Auswirkungen des Klimawandels sie jetzt wieder hervorholten. Umweltschutz funktioniert eben nur, wenn er sich auszahlt."

Stuttgarter Nachrichten, 3.2.2010:
"Alleine der Stadtverkehr verzehrt dabei um die 20 Prozent des Primärenergiebedarfs einer Stadt. Gerade hier ist es deshalb angeraten, Lösungen zu finden, die über staatlich verordnete Programme hinausweisen. Die Ifa-Galerie in Stuttgart zeigt in Kooperation mit dem Architekturmagazin "ARCH+" solche Lösungen und zeigt, dass sich etwas tut in der Welt." Artikel online lesen

Detail, 1.2.2010:
"Klimawandel, die Endlichkeit fossiler Energien sowie die Finanz- und Systemkrise lassen die neuen Stadtplanungen zu einem Versuchslabor nicht nur für ökologische, sondern auch für gesellschaftliche Veränderungen werden." Artikel online lesen

Stuttgarter Zeitung, 29.1.2010: "Kann eine Ausstellung zu einem besseren Zeitpunkt kommen?" Artikel online lesen

DeutschlandRadio Kultur, 28.1.2010: "Die Zukunft ist noch eine ganze Weile hin, aber Städte der Zukunft ohne Öl, eine Ausstellung in Stuttgart, zeigt konkrete Vorhaben und gewagte Denkmodelle von morgen an und bis zum 20. März."

Sonnendeck, Februar 2010:
Christian Berkes sprach mit der Zeitschrift "sonnendeck" über die Konzeption der Ausstellung. Artikel online lesen

Falter, 2.12.2009: Ernst Gruber über "Die perfekte Stadt von morgen" im Falter.

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