Wohnempirien 1

Die Welt der Jugendlichen


Jeder, oder fast jeder, wohnt und ist darin Experte. Trotzdem wissen wir nicht viel über das Wohnen heute, zu wenig jedenfalls, wenn es um die Festlegungen geht, die Architektur und Planung für unser tagtägliches Leben treffen.

Das hat zwei Gründe: Zum einen ist der Blick auf das Wohnen verstellt, da es seit jeher kulturelles Schlachtfeld und Gegenstand von Erziehung war. Zum anderen erfährt das Wohnen einen tiefgreifenden Wandel, bedingt durch gesellschaftliche Umwälzungen. Die Parameter dieser gesellschaftlichen Umwälzungen sind bekannt – Änderungen in der Sozial-, Alters- und Familienstruktur sowie in den Arbeitsverhältnissen –, ihre Auswirkungen auf die Wohnverhältnisse können nur vermutet werden. Es gibt derzeit kaum empirische Studien über den Wohnalltag der Bevölkerung, über Lebensmodelle, Formen des Zusammenlebens und Nutzungsweisen des Raums. Entsprechend sind unsere Vorstellungen vom Wohnen einem Bild verhaftet, das bereits in den 70er Jahren, als es noch auf der Grundlage breiter empirischer Sozialforschung gezeichnet werden konnte, erste Risse zeigte.

Dieses Bild lässt sich nur empirisch korrigieren. Die Zeitschrift ARCH+, seit ihren Anfängen in besonderer Weise der “Wohnungsfrage” verpflichtet, widmet sich in einem langfristig angelegten Forschungs- und Publikationsprojekt dieser Aufgabe. Anknüpfend an Henri Lefebvre geht es um die Fortentwicklung einer “Kritik des Alltagslebens”. Die Ausstellung und der begleitende Katalog ist ein kleiner Schritt auf diesem Weg.

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