Simple Systems - Complex Capacities

ARCH+ Wettbewerb

 

 

Mit der Präsentation der Ergebnisse am 26.10.2009 wurde die 2. Phase des ARCH+ Wettbewerbs “Simple Systems – Complex Capacities” erfolgreich abgeschlossen. Vier der fünf Finalisten der 1. Phase haben die Chance zur Vertiefung ihrer Projekte genutzt. Es wurden drei gleichwertige erste Preise à 3.000 Euro vergeben an:


BREATHING SKIN
Ante Ljubas, Tim Waidelich, Moritz Hauschild, Rüdiger Karzel
Beratung: Hasan Dadak (Produktionstechnik)

FLAT2FORM
Matthias Rippmann, Silvan Oesterle, Michael Knauß
mit Unterstützung des ILEK, Institut für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren und
Seele

THE THERMOMETRIC FACADE
Team: Georg Rafailidis, Stephanie Davidson
Beratung: Imagine Structure, Frankfurt (Tragstruktur), Roman Jakobiak, Berlin (Klima)

sowie einen 2. Preis an:

TETRATRAGWERK
Philipp Dittus
mit Unterstützung von Frener&Reifer

Alle 4 Projekte zeichnen sich aus durch ihre eigenwillige und innovative Entwicklung von Materialsystemen entsprechend den Anforderungen des Wettbewerbs. Durch die weitere Bearbeitung in der 2. Phase des Wettbewerbs konnten sowohl das Potenzial als auch die Performance der ursprünglichen Konzepte anhand von Prototypen überprüft und die gesetzten Parameter systematisch variiert werden.

Die zentrale Idee von BREATHING SKIN war die Nutzung der unterschiedlichen Wärmeausdehnungskoeffizienten zweier Materialien für die Entwicklung eines reagiblen Fassadensystems. In der Weiterbearbeitung entstand ein Bi-Materialsystem aus CFK-Laminaten und PVC-Folie, das mit der Verformung infolge Temperaturveränderung eine Art "Batterieeffekt" erzeugt, der auf vielfältige Weise eingesetzt werden kann.

Die verblüffend einfache Idee von FLAT2FORM, gekrümmte, abwickelbare Flächen durch die Parametrisierung von Lochungen und Verbindungselementen zu erzeugen, konnte in der Weiterbearbeitung sowohl im Hinblick auf verschiedene Anwendungsmöglichkeiten als auch die fertigungstechnischen Detailprobleme systematisch untersucht und mit Hilfe von Prototypen getestet werden.

Die ungewöhnliche Idee von THE THERMOMETRIC FACADE lag darin, PCMs wie Wachs nicht nur als Latentwärmespeicher zu nutzen, sondern die Volumenausdehnung beim Phasenwechsel zur Verschattung einzusetzen. In der Weiterbearbeitung wurden die diffizilen Anforderungen an die interne und externe Geometrie der Glassteine anhand von Prototypen systematisch erforscht und im Hinblick auf Herstellung, Verbaubarkeit und Anwendung untersucht.

TETRATRAGWERK war als ein Hybrid zwischen Flächen- und Stabwerk gedacht, dessen Einzelelemente mit unterschiedlichem Öffnungsgrad alle aus derselben abwickelbaren Fläche gefaltet werden können. In der Weiterbearbeitung wurden vor allem die herstellungstechnischen Probleme der Verbindung der Elemente untersucht und in einem Prototypen realisiert.

Die Ergebnisse des Wettbewerbs werden in ARCH+ 196/197 publiziert, die Ende Januar 2010 erscheint.

Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal herzlich bei allen Sponsoren bedanken. Ohne ihre Unterstützung wäre ein so ambitioniertes Projekt wie der ARCH+ Wettbewerb mit so anspruchsvollen Ergebnissen nicht zustande gekommen.
Ein besonderer Dank geht an Seele für die beratende Begleitung der 2. Phase.

 

1. Phase des ARCH+ Wettbewerbs

Am 17.2.2009 wurde der ARCH+ Wettbewerb „Simple Systems – Complex Capacities“ entschieden. Es wurden fünf gleichwertige Preise à 2.000 Euro vergeben.

Preisträger sind:

BREATHING SKIN
Rüdiger Karzel, Saskia Mayer, Frauke Hausi, Tobias Keller, Alexander Hohme, Christoph Geyer und Matthias Schulitz

FLAT2FORM
Matthias Rippmann

TETRATRAGWERK
Philipp Dittus

THE THERMOMETRIC FACADE
Georg Rafailidis, Stephanie Davidson, Ilknur Dumlu, Aysel Yayli

LEHM – BAUSTOFF DER VERGANGENHEIT UND DER ZUKUNFT
Sunanta Srisook

Nach einhelligem Beschluss der Jury soll eine Weiterentwicklung der vorgelegten Konzepte gefördert werden, daher wird die Preissumme von insgesamt € 20.000 zur Hälfte sofort und zur Hälfte nach der weiteren Bearbeitung verausgabt. Die fünf Preisträger erhalten die Chance, ihre Arbeit unter der Begleitung von Experten zu vertiefen. Darüber hinaus wird ARCH+ geeignete Firmen daraufhin ansprechen, für die jeweiligen Arbeiten eine „Patenschaft“ zu übernehmen. Seele und Xella haben als Sponsoren des Wettbewerbs bereits ihre Unterstützung zugesagt.

Kaum eine der eingereichten Arbeiten hat es geschafft, alle Anforderungen gleichermaßen zu erfüllen. Das war bei dem experimentellen Charakter des Wettbewerbs auch nicht zu erwarten, und dies umso weniger, als eine gegenüber dem Primat der Form alternative Denk- und Entwurfsweise kaum etabliert ist. Von daher lag das Hauptkriterium der Jury bei dem Entwicklungspotenzial der Arbeiten. Beiträge, die nur wenig über das Stadium der Ideen hinausgekommen sind, wurden ausgeschieden, genauso wie Beiträge, die bereits fertig gestellte Objekte oder Gebäude präsentierten. Es gibt mittlerweile so viele Preise für die Würdigung vollbrachter Leistungen, dass es nicht die Aufgabe von ARCH+ sein kann, sich dort einzureihen.
Zu den Kriterien der Beurteilung und die ausführliche Würdigung der Preisträger siehe auch das Juryprotokoll

Es gab 115 Wettbewerbseinreichungen, darunter waren 86 Arbeiten von Einzelpersonen und 29 Teamarbeiten. Rechnet man die Teammitglieder dazu, so haben sich insgesamt 182 Personen am Wettbewerb beteiligt. Von den 182 Personen sind 59 % männlich und 41 % weiblich. Zum Alter gibt es keine vollständigen Angaben, aber die Mehrzahl der Teilnehmer ist zwischen 25 und 30 Jahre alt. Dazu passt auch, dass 57 % ihr Studium noch nicht abgeschlossen haben und bei den meisten der 33 % Teilnehmer mit Abschluss das Diplom noch nicht sehr lange zurückliegt. Sie sind in Büros oder an den Unis tätig.
In Anbetracht des Schwierigkeitsgrads des Wettbewerbs war nicht nur die Teilnahme unerwartet hoch, sondern es gab auch eine erfreulich weite Verbreitung. Die Arbeiten wurden aus 13 Ländern eingesandt, wobei das Land nicht unbedingt identisch ist mit der Nationalität der Teilnehmer. Mit 60 % ist die BRD am häufigsten vertreten, gefolgt von Österreich mit 11 % und England mit 9 %. Die restlichen 20 % verteilen sich auf die USA, Israel, Spanien, Italien, die Schweiz, und die Niederlande, aber es erreichten uns auch Arbeiten aus Georgien, Griechenland, Iran und Ungarn.

Zum aktuellen Stand:
Alle fünf Preisträger werden ihr Projekt weiter ausarbeiten und an der zweiten Phase des Wettbewerbs teilnehmen.

Ausführliches Juryprotokoll als PDF-Download:

 

 

ARCH+ lobt Wettbewerb aus

Begleitend zur Ausgabe ARCH+ 188 Form Follows Performance hat ARCH+ den Wettbewerb “Simple Systems – Complex Capacities” ausgelobt. Der Wettbewerb soll für eine breitere Diskussion und eine experimentelle Weiterentwicklung des vorgestellten Konzepts sorgen.

Teilnehmer
Offener Wettbewerb ohne jede Beschränkung

Aufgabe
Entwicklung eines Materialsystems, das in Wechselwirkung mit der Umwelt steht und auf funktionale und performative Anforderungen eingehen kann.

Erläuterung
Material kann bei gleicher chemischer Zusammensetzung ganz verschiedene Eigenschaften entwickeln. Der Unterschied liegt in der Struktur begründet. Die Natur ist ein Meister darin, auf wechselnde Anforderungen mit der strukturellen Differenzierung ein und desselben Materials zu antworten. Die Leistungsfähigkeit, sprich Performance, natürlicher Systeme basiert auf dieser strukturellen Differenzierung. Die Ausgangsfrage des Wettbewerbs ist, wie das immense Potenzial, das in der Ausdifferenzierung von Strukturen steckt, für die Architektur und das Bauen genutzt werden kann.

Eine erste Voraussetzung liegt in der Wahl des richtigen Maßstabs, d.h. eines Maßstabs, der es erlaubt, die raum- und formbildenden, kräfteleitenden und klimamodulierenden Eigenschaften von Strukturen zu entwickeln. Zoomt man vom Makromaßstab des Gebäudes bis zum Mikromaßstab der molekularen Zusammensetzung, dann sind Materialsysteme auf einer mittleren Ebene angesiedelt.

Eine zweite Voraussetzung liegt in der Entwicklung einer systemischen Herangehensweise. Es geht nicht allein um Material. Der Begriff des Materialsystems umfasst gleichermaßen das Materielle und das Konstruktive wie auch die aus den Eigenheiten der materiellen und konstruktiven Zusammensetzung hervorgehenden Wechselwirkungen mit der Unwelt.

Eine dritte Voraussetzung liegt im Einsatz der richtigen Werkzeuge, die sowohl die Differenzierung von Strukturen im Entwurfsprozess erlauben als auch eine Schnittstelle zur Herstellung schaffen.

Worum es geht, ist nicht weniger, als Architektur von Grund auf neu zu denken als sys-temische Wechselbeziehungen aus Form, Material und Struktur, deren Entstehung (Herstellung, Fertigung, Fügung) und deren Wirkung (Performance).

Einsendeschluss
31. Januar 2009, Poststempel

Preissumme
20.000 €
Darüber hinaus ist in Kooperation mit Materialfirmen die Realisierung von Prototypen im Maßstab 1:1 geplant.

Publikation und Ausstellung
Vorgesehen ist sowohl die Publikation der besten Beiträge in ARCH+ als auch eine Wanderausstellung, die Modelle und Prototypen mit beinhaltet.

Ausschreibung als PDF-Download:

 

Mit freundlicher Unterstützung von
 

 

 

     
 

 

 
     
   

 

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