| ARCH+ 191/192 SCHWELLENATLAS ERSCHEINT ANFANG MÄRZ Anfang März wird die nächste ARCH+ Ausgabe erscheinen, die in lexikalischer Form architektonische Schwellenelemente vorstellen und theoretisch diskutieren wird: von A wie Automatischer Türschließer, über S wie Sicherheitsschleuse bis Z wie Zeitmaschine. Etymologisch meint „Schwelle“ den Grundbalken, der einen Wandaufbau trägt. Sie ist also zunächst der Ort, an dem die Grenze zwischen innen und außen, privat und öffentlich, rein und unrein, warm und kalt, heimlich und unheimlich fixiert wird. In der Architektur bezeichnet „Schwelle“ jedoch auch den unteren Querbalken eines Türrahmens – den Ort, wo diese Grenze übertreten werden kann, wo die Geschlossenheit der vier Wände aufgelöst wird. An der Schwelle artikuliert sich die Vorstellung des offenen Hauses und des schwellenlosen Raums, der die vollständige Vernetzung mit der Umwelt anstrebt; gleichzeitig verortet sich hier eine Reihe von Techniken, die in den letzten 150 Jahren entwickelt wurden, um diesen allseits offenen Raum immer wieder neu zu organisieren, zu begrenzen und zu kontrollieren. Ausgehend von spezifischen Bauteilen und technischen Apparaturen der Schwelle werden in einem Glossar, in Essays, Interviews und Bildtafeln unterschiedliche Diskursfelder des Übergangs adressiert, die das Verhältnis zwischen Innen und Außen gedanklich fassen und gleichzeitig die architektonische Praxis mitbestimmen. Das Heft widmet sich der Frage, welchem Wandel die Konstruktion und der Gebrauch baulicher Schwellen unterliegen und wie sich Raumauffassungen damit verändern. Der Schwellenatlas ist eine Weiterentwicklung und Zuspitzung einer Reihe von Forschungsseminaren über Mikroarchitekturen des Öffnens und Schließens, die von der Assistenzprofessur für Architekturtheorie, Dr. Laurent Stalder am Institut für Geschichte und Theorie der Architektur (gta) der ETH Zürich durchgeführt wurde. In Anspielung auf das Format einschlägiger Entwurfsatlanten, die seit Ernst Neuferts Standardwerk „Entwurfslehre“ nicht mehr aus dem Architekturbereich wegzudenken sind, lässt ARCH+ diesen auf Anwendbarkeit ausgerichteten Nachschlagewerken nun einen Schwellenatlas folgen. |