Die akademische Welt der Architektur hat seit jeher ein kompliziertes Verhältnis zur architektonischen Praxis. In Wachstumsperioden, wenn die Bildung im Gleichschritt mit der Beschäftigung wächst, entspannt sich dieses Verhältnis, wie beispielsweise zu Zeiten des von der öffentlichen Hand getragenen Wohlfahrtsstaates oder während des neoliberalen Booms der Privatwirtschaft. Wenn die Zahl der Arbeitsplätze jedoch sinkt, kommt es zu Spannungen. In solchen Krisenmomenten entwickelt die Wissenschaft Vorstellungen von Autonomie: Sie sind der ideologische Ausdruck einer Notwendigkeit, neue Auftraggeber*innen zu finden. Während der langen Krise, die sich von 2008 bis heute erstreckt, hat der akademische Autonomismus jedoch absurde Ausmaße angenommen, fast so als würde er sein eigener Auftraggeber werden wollen, wie Will Orr und Ricardo Ruivo am Beispiel Großbritanniens zeigen.