„Hoc opus, hic labor“, lautet die Losung der Sibylle von Cumae in Vergils Aeneis.1 Dieser viel zitierte Vers, auch wenn er oft frei übersetzt worden ist, bedeutet im Kern: „Dies ist das Werk, dies ist die Arbeit“. Nur vier Worte zeugen bereits zwei Jahrtausende vor Hannah Arendts Buch Vita activa (1958) von dem, was sie dort als Abgrenzung des Homo faber vom Animal laborans fasste: von einer Unterscheidung zwischen Werk – dem Produkt spezifischer, emanzipatorischer, produktiver und kreativer Technik – und Arbeit – dem reinen, mühevollen Schuften – und stellt dennoch beides auf eine Ebene. Tatsächlich wusste man im antiken Rom nur zu gut um die enge Verbindung von Opus und Labor. Wie sehr das Produkt mit den materiellen Bedingungen seiner Entstehung zusammenhängt, tritt vielleicht nirgendwo deutlicher zutage als in den architektonischen Großprojekten der antiken Großmacht.