In ihrem Essay untersucht die sudanesische Architektin Ola Hassanain die räumliche Disposition Khartums während der Revolution von 2018–2019. Sie zeichnet nach, wie urbane Akteur*innen trotz extremer Repression eine räumliche „Grammatik des Seins im Außen“ entwarfen, die Handlungsräume in der Stadt jenseits des staatlichen Terrors eröffnete. Nur vier Jahre nach dem Sturz Omar al-Bashirs brachen im April 2023 erneut Kämpfe zwischen den sudanesischen Streitkräften und den paramilitärischen Rapid Support Forces in Khartum aus. Die Gewalt eskalierte rasch zu einem landesweiten Krieg, der Millionen Menschen zur Flucht zwang und eine der schwersten humanitären Katastrophen unserer Zeit auslöste. Vor diesem Hintergrund behält Hassanains Analyse ihre Dringlichkeit: Sie fragt, welche Bedeutung räumliche Strategien des Seins oder des bewussten Schaffens eines Außen für die Stadtentwicklung in (Nach-)Konfliktgesellschaften haben könnten.