Jeder Einzelne ist dabei gezwungen, sich auf Benutzeroberflächen zu verlassen, die ihm suggerieren, er könne in die volatile Transparenz der Daten eintauchen. Hinter diesen Oberflächen bleiben jedoch die Datenmengen und deren implizit sozioökonomischen, ethischen und onto-epistemischen Dimensionen verborgen. Die Akkumulation von Daten stellt, wie der Datenethiker und Philosoph Luciano Floridi argumentiert, zunehmend eine ethische He-raus-forderung dar, die bis in die algorithmische Verwendung von Daten in Künstlicher Intelligenz, Maschinenlernen und Robotik reicht. Wir befinden uns somit nicht nur inmitten einer epistemischen, sondern zugleich einer ontologischen Wende, in der Medien „selbst zu aktiven Agenten dessen [werden], was Wissen schafft, und zum Spiegelstadium einer Erkenntnis, in der der Mensch sich als sein Anderes nicht imaginär, sondern als Datenfeld erlebt,“ wie der Medienwissenschaftler Wolfgang Ernst schreibt.
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