„Historisierung des Meeres“
„Alle geschichtliche Entwicklung geht aus von zwei correlaten Begriffen, Eigentum und fester Ansiedlung.“1 So beginnt eine 1869 veröffentlichte Abhandlung des Althistorikers Heinrich Nissen über das Templum. Der Ausdruck bezeichnet wörtlich etwas Abgegrenztes, das durch die kulturelle Handlung des Ausschneidens konstruiert wurde. Meist denkt man dabei an ein freies Stück Land, das von Landvermessern abgezirkelt und dadurch zu Eigentum umgewandelt wurde, oder die Art und Weise, wie die Auguren im antiken Rom Räume absteckten, in denen bestimmte Ereignisse symbolische Bedeutung erhielten, oder die Abgrenzung der geheiligten Räume, die eine Stadt und ihre Institutionen prägen.