Unter öffentlichkeitswirksamen Titeln wie „The Image of Europe“, „The Capital of Europe“ oder „New Narrative for Europe“ gingen Architekt*innen, Geograf*innen und Politiker*innen in den letzten Jahrzehnten das Problem einer wirkungsvolleren (Selbst-)Repräsentation Europas an. Architektonische Interventionen, Hauptstadtsymbolik und künstlerische Beiträge sollten eine oftmals diagnostizierte europäische Identitätskrise lösen.1 Gemein ist vielen dieser Projekte die Annahme einer Analogie zwischen politischer Souveränität und ästhetischer Repräsentation, in der sich nichts Geringeres als Europa architektonisch, städtebaulich oder künstlerisch ausdrücken ließe.