Dem Wortsinn nach sind Infrastrukturen (von lat. infra, unterhalb) das Darunterliegende oder der Unterbau. Auch wenn nicht alle Infrastrukturen so offensichtlich dem Blick entzogen sind wie Kanalisationen, U-Bahnen, Strom- und Wasserleitungen, oder gar gänzlich unsichtbar, wie etwa satellitengestützte Telekommunikationsnetze, so bleiben doch häufig die Straßen und Schienen, auf denen wir fahren, und die vielen sozialen Infrastrukturdienste, die wir täglich in Anspruch nehmen, in einem gewissen Sinne opak – zumindest so lange sie funktionieren. Eines der vielen Privilegien der Bürger*innen nord-westlicher Wohlstandsnationen besteht eben darin, dass sie ihre Infrastrukturen in dem Maße vergessen können, wie sie ihr Funktionieren stillschweigend voraussetzen.