Als am 2. Dezember 2013 das Europäische Grenzüberwachungssystem Eurosur unter der Leitung von Frontex seine Arbeit aufnahm, war das Ziel klar: Migration zu erkennen und zu verhindern, bevor beispielsweise die Boote in See stechen.[1] Als eine zentrale Stelle, die Daten erfassen und analysieren sollte, wurde Eurosur zur zukunftsweisenden Abteilung des Europäischen Grenzschutzes. Dabei war diese Politik keineswegs neu, sondern baute auf den Strategien zur Bewegungskontrolle innerhalb des umfassenden Grenz- und Migrationsregimes auf, das bereits den gesamten Schengen-Raum durchzog. Zugleich bot die neue Ausrichtung Möglichkeiten, die Überwachung der Migration auszuweiten.