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Frank Seehausen: Sigrid Neubert,  Architekturfotografie der Nachkriegsmoderne

Wir freuen uns, dass der Hirmer Verlag zusammen mit dem Autor Frank Seehausen 10 Exemplare des wertvollen Katalogs zum Schaffen von Sigrid Neubert für eine Abo-Aktion gestiftet haben:

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Sigrid Neuberts fotografische Chronik der süddeutschen Nachkriegsmoderne

„In Sekundenschnelle entscheide ich, schnelles Arbeiten beschwingt mein Sehen, ich brauche meine ganz eigene Vehemenz und Konzentration.“ – Sigrid Neubert über die Dynamik ihres Schaffensprozesses in ihrem Buch Gärten des Lichts, München 1999


Sigrid Neubert (*1927) zählt zu den bekanntesten Architekturfotografinnen Deutschlands. Anlässlich der von Frank Seehausen kuratierten Werkschau Sigrid Neubert – Fotografien. Architektur und Natur (9. Februar bis 3. Juni 2018) im Museum für Fotografie der Staatlichen Museen zu Berlin ist vor Kurzem das Buch Sigrid Neubert, Architekturfotografie der Nachkriegsmoderne erschienen, das einen Einblick in die architekturfotografische Arbeit der Künstlerin und ihre persönliche Entwicklung gibt.

Der einführende Fotoessay gibt einen Vorgeschmack auf die vielen unterschiedlichen und unerwarteten Blickwinkel, charakteristisch sind die messerscharfen Kanten, harten Kontraste und eigenwilligen Perspektiven. Schnell wird klar: Sigrid Neubert ist keine bloße Beobachterin, sie ist, wie alle guten Fotograf*innen, Architekturinterpretin.

Neuberts Fotografien beeindrucken in ihrer Strukturiertheit. Technische Perfektion, die sie nach dem Krieg auf der Bayrischen Staatslehranstalt für Lichtbildwesen in München erlernte, trifft auf einen analytisch, forschenden Blick. Sie will mit ihren Bildern erklären. Wenig verwunderlich also, dass für Neubert der Austausch mit den Architekt*innen, für die sie fotografierte, eine tragende Rolle spielte. Sie will den Entwurf verstehen, durch die Augen der Gestaltenden blicken: Was ist die Essenz eines Gebäudes? Viele Aufnahmen entstehen erst nach intensiven Gesprächen. Blickwinkel, Tiefe, Licht und Rhythmik eines Gebäudes sind ihre Übersetzungen dieses Austausches. In der Ausstellung wurde anhand eines 1:100-Modells der Hauptverwaltung von BMW in München der eigenwillige Blickwinkel der Künstlerin erlebbar gemacht.

Die im Buch gezeigte Auswahl von rund sechzig Projekten aus dem weitaus umfangreicheren Gesamtwerk der Fotografin führen die Leser*innen nicht nur durch ihre gestalterische Entwicklung, sondern dokumentieren auch die vielschichtige Formensprache der Nachkriegsmoderne. Ikonen wie der Münchner BMW-Komplex reihen sich an weniger bekannte aber genauso beeindruckende Werkdokumentationen von Kurt Ackermann, Günter Behnisch, Walther und Bea Betz, Detlef Schreiber oder Gerd Wiegand.

Unterstützt durch Planzeichnungen und dokumentarische Unterlagen lassen sich im Buch auch vergessene Bauten neu entdecken. So etwa die Katholische Pfarrgemeinde St. Mauritius von Herbert Groethuysen, die 1963 entworfen und drei Jahre später von Neubert fotografiert wurde. Der formal strenge Sakralbau rückt durch Reduktion und Klarheit in der Gestaltung die Atmosphäre der Innenräume in den Fokus. Neuberts Gespür für Raumfolgen, Durchblicke, Materialstrukturen sowie Licht und Schatten vergegenwärtigt die Atmosphären, ohne den Blick auf das Gesamtwerk zu verlieren. Der begleitende Katalogtext informiert nicht nur über Konzept, Umsetzung, Wirkung und Rezeption des Baus, sondern auch über den technischen und programmatischen Zugang der Fotografin, um die Bildkomposition und -wirkung zu erläutern. Nicht nur dieses Projekt entfaltet in den reduzierten und gleichzeitig so starken Fotografien eine neue Faszination. Das Blättern durch den chronologisch angelegten Katalog wird zur aufregenden Entdeckungstour durch die architektonische Geschichte der Nachkriegsmoderne.

Die eindrückliche Handschrift, mit der Sigrid Neubert Stadtlandschaften und moderne Bauwerke zwischen 1957 und 1989 vor allem im süddeutschen Raum dokumentiert, findet nun in der Zusammenstellung des für das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege tätigen Architekten Frank Seehausen erstmals einen repräsentativen Ausdruck. Die Monografie ergänzt die Sonderausstellung, in der neben dem Fokus auf die Architekturfotografie auch Werke aus dem naturfotografischen Schaffen Neuberts zu sehen waren. In Kooperation mit der Kunstbibliothek wird nun an einer erneut von Seehausen kuratierten Folgeausstellung gearbeitet. Ab dem 7. Oktober wird im Lechner-Museum Ingolstadt neben bereits gezeigten Werken eine erweiterte Auswahl mit Fokus auf Architektur zu sehen sein. Gleichzeitig werden im nahe gelegenen Lechner-Skulpturenpark in Obereichstätt ihre naturfotografischen Arbeiten ausgestellt sein.

Angelika Hinterbrandner
 

Frank Seehausen:
Sigrid Neubert – Architekturfotografie der Nachkriegsmoderne

hrsg. v. Ludger Derenthal, Kunstbibliothek (SMB)
Hirmer Verlag, München 2018

336 Seiten, 45 Euro

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