ARCH+ 59


Erschienen in ARCH+ 59,
Seite(n) 67-75

ARCH+ 59

Der Groß-Berlin-Wettbewerb von 1910

Von Posener, Julius

11. Vorlesung

Das Zeitalter Wilhelms des Zweiten

Wir wollen uns das Bild Axonometrie der Wohnstraße Fritschweg des Beamten- Wohnnungsvereins von Paul Mebes noch einmal ansehen. Vor acht Tagen haben wir uns mit der Architektur dieser Straße beschäftigt und festgestellt, daß man sie als eine auf der Grundlage der Zeit um 1800 entwickelte Mannigfaltigkeit bezeichnen kann. Keineswegs handelt es sich bei dieser Straße um einen von identischen Häusern geformten Stadtraum der Art wie Ostendorf sie liebte. Nehmen wir diese Mannigfaltigkeit zum Anlaß, uns nun den Straßenplan genauer anzusehen. Dabei fällt sofort auf, daß „Wohnstraße" eine etwas unscharfe Bezeichnung ist. Es handelt sich vielmehr um einen Platz, welcher durch zwei Straßen mit den jeweiligen öffentlichen Straßen des Stadtteils Steglitz verbunden ist, und zwar nicht so, wie man das wohl im 18. Jahrhundert gemacht haben würde, daß Platz und Straßen ein achsiales System bilden; vielmehr tritt die eine Straße an der Westseite, die andere an der Ostseite in den Platz ein, diese Straße ist gekrümmt, und die östliche Platzwand setzt die Krümmung tangential fort...

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