ARCH+ 53


Erschienen in ARCH+ 53,
Seite(n) 52-57

ARCH+ 53

Hans Poelzig, Bruno Taut und der Expressionismus

Von Posener, Julius

10. Vorlesung

Die Architektur der Reform (1900 - 1924)

Wir haben von dem »barocken« Poelzig gesprochen, vom Entwurf für einen Konzertsaal in Dresden, und wir haben diesen Entwurf eine Vorstudie genannt zu seinem bekanntesten »barocken« Werk, dem Festspielhaus für Salzburg, das ebenfalls Entwurf geblieben ist. Vielleicht aber ist der Saal für Dresden nicht Vorstudie, sondern Vorbild, welches der Salzburger Saal nichtganzerreicht: dieser ist größer, und er hat die Treppe von der Bühne in den Zuschauerraum, welche das Große Schauspielhaus bereits besaß, wenn auch nicht so schön barock geschwungen; aber der Raum scheint mir, vielleicht wegen seiner Größe, weniger überzeugend zu sein als der Dresdener Raum. Auch zeigt Poelzigs Skizze noch stärker als die für Dresden, daß dergleichen in unserem Jahrhundert nicht auszuführen ist. Gewiß, Poelzig ist um 1920 einer von denen gewesen, die nach dem neuen Handwerk gerufen haben ebenso wie Gropius - wir haben ja davon gesprochen; aber dieses neue Handwerk war noch nicht da, und einen Raum wie den Salzburger hätten nur die Stukkateure des Barock ausführen können...

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