ARCH+ 87

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Erschienen in ARCH+ 87,
Seite(n) 32-37

ARCH+ 87

Unikat, Protoyp, Serie

Von Kunz, Jürgen /  Kuhnert, Nikolaus

Wie ein gelandetes Raumschiff steht es vor der Stadt: das Aachener Klinikum verändert mit dem Konzept des freien Grundrißes die klassische Architekturtektonik. Was heißt Wand, was heißt Decke, was heißt Fußboden? Trotzdem werden die Details traditionell gedacht - und als Unikat gelöst.

ARCH+: Das Grundrißprinzip des Aachener Klinikums ist der Versuch, eine von allen Funktionen freigehaltene Fläche zu schaffen: von Konstruktion, von Be- und Entlüftung, von Verkehrswegen. Es gibt also einen neutralen Raum und alles, was früher durch das Gebäude geschützt war, liegt jetzt frei in der Natur. Stellen sich damit neue Probleme beim Detaillieren? Ändert sich das Detailverständnis?

Jürgen Kunz: Das ist nicht so sehr eine Frage des Details, sondern des Konzepts. Das Prinzip ist: alle vertikalen Durchdringungen - Treppentürme, Stützen, Versorgungsleitungen, Aufzüge usw. - werden in lineare Bänder gesteckt und an Stellen gebracht, die für die Nutzung am unschädlichsten sind. Das theoretische Ideal für ein Krankenhaus ist die große, unbegrenzte Fläche, da die Nutzung zum einen eng vernetzt ist, zum anderen sich unvorhersehbar entwickeln kann. Deswegen legten wir die Türme an die vermutete Peripherie. Vorbild war das Krankenhausprojekt von Eberhard Zeidler in Hamilton/Kanada, der dieses Prinzip bei einer sehr ähnlichen Klinik zum erstenmal anwendete...

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