ARCH+ 87

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Erschienen in ARCH+ 87,
Seite(n) 53-55

ARCH+ 87

Übergang Wand-Dach am Haus Hofer im Liestal, CH

Von Alder, Michael /  Nosseda, Irma /  Steinmann, Martin

H. Bienefeld, O. M. Ungers sehen das Detail als eine Frage des räumlichen Zusammenhangs an. In die gleiche Richtung zielen die Überlegungen von Michael Alder.

Irma Noseda, Martin Steinmann: Das Haus Hofer liegt an einem nach Süden abfallenden Hang und ist von unten erschlossen. Welche Überlegung hat zur Stellung des Hauses in der Fallinie geführt?

Michael Alder: Vor allem eine: ich wollte eine lange Seite nach Südosten richten, wo es möglich war, einen geschützten Garten anzulegen, der ruhig ist. Die Seite nach Südwesten ist weniger ruhig, wegen der Straße, also wollte ich sie schmal halten. Diese Überlegung gab den Ausschlag. Auf der schmalen hinteren Seite gibt es einen Hof; wegen der Stellung des Hauses mußte er in den Hang eingegraben werden. War der Hof notwendig, um diese Seite wie die vordere ausbilden zu können? Es ist für mich wichtig, daß es ein „hinter dem Haus" gibt. Beim Baselbieter Haus führt ein Gang durch das Haus, vorne ist die Straße, hinten eine Laube und der Garten. Diese Unterscheidung ist für mich wesentlich. Das „hinter dem Haus" ist ein Ort, wo man Werkzeuge aufbewahrt, wo man arbeitet, wo man Wäsche trocknet, wo man sich aber auch einmal hinsetzt, im Sommer, wenn es anderswo zu heiß ist. Es ist eben der Hof.

Wie würdest du die andere Seite bestimmen? Das Belvedere?

Sie ist für mich das Gesicht des Hauses. Ich verlange von einem Haus, daß die der Öffentlichkeit zugewandte Seite ein Gesicht hat; am Tag wie in der Nacht, wenn die Fenster erhellt sind. Auf der vorderen Seite schafft das vorstehende Dach mit Balkon eine Schichtung des Raumes von innen nach außen: Wand, Fenster,Geländer. Das ist wichtig für die Wahrnehmung der Landschaft; mit Hilfe dieser Elemente kann das Auge die Tiefe der Landschaft erkennen...

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