ARCH+ 85

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Erschienen in ARCH+ 85,
Seite(n) 22-27

ARCH+ 85

"Ein letzter verzweifelter Aufschrei gegen das totale Zerstören unserer Städte"

Von Krier, Rob /  Steiner, Dietmar

ARCH+: Ich möchte gleich aktuell beginnen: Hast Du im Moment das Gefühl, daß sich in den europäischen Architekturhochschulen, den Zeitschriften und Publikationen eine neue Welle breit macht, die jene Erfahrungen oder Ansätze, die in der Typologiedebatte der späten 70er, frühen 80er Jahren noch vorhanden waren, durch eine artiflzielle Wiederholung der Nachmoderne ersetzt?

Rob Krier: Ich habe das schon Anfang der 70er Jahre gespürt, als Leon und ich zum erstenmal in Publikationen oder Ausstellungen auftraten - zum Beispiel 1973 bei der Triennale in Mailand, die von Rossi zusammengetragen wurde. Genau gesehen war das schon da, was jetzt läuft: nicht nur die Amerikaner mit Graves, Meyer und den „Nach-Corbu-Wiederkäuern", sondern auch Rem Koolhaas mit seinen fast identischen Wiederholungen eines Mies van der Rohe - oder De Stijl-Designs. Und mir war damals schon stark bewußt, daß diese Art von rein ästhetischer Auseinandersetzung mit meiner und sicher nachkommenden Generationen parallel laufen wird. Unsere Anstrengungen, die weitgehend als rein historisierend angefeindet wurden, hatten aber als ernsten Hintergrund die Ambition, eine neue Theorie aufzubauen, die sich aus dem ganzen traditionellen Erbgut heraus ohne Bruch entwickeln könnte...

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